Vivienne Westwood protestiert für die Freilassung von Julian Assange. Foto: AFP/NIKLAS HALLE'N

Die britische Modedesignerin und Punk-Queen Vivienne Westwood hat für die Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange demonstriert. Und zwar in den Farben Schwarz und Gelb. Typisch Westwood.

Stuttgart - Wenn berühmte Leute medienwirksam für oder gegen etwas demonstrieren, fragt man sich: Ist das ehrlich gemeint oder will der Promi etwas verkaufen? Bei Vivienne Westwood ist das anders. Die Punk-Queen hat ihr kreatives Leben lang den Widerstand kultiviert. Heute ist Westwoods Mode eine britische Institution wie die Queen, ohne dabei etwas von ihrem rebellischen Chic eingebüßt zu haben. Was Westwood entwirft, wird beachtet, daran hat sich seit den 70ern nichts geändert.

Tweety und Miezekatze

Nun hat die Modedesignerin in einem riesigen Vogelkäfig vor einem Londoner Gericht die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange gefordert. „Ich bin Julian Assange“ steht auf dem Käfig, in dem die 79-Jährige im gelben Outfit saß, um einem Kanarienvogel ähnlich zu sehen. Auch bei diesem Auftritt zeigt sich ihr wundervolles Talent, Kleidung als Sprache zu begreifen. Westwood kostümiert sich als Tweety, das freche Comicvögelchen, das die böse Miezekatze narrt. Und doch ist die Aufmachung mehr als eine Verkleidung: der gelbe Hosenanzug, die marmorierte Schirmmütze, die schwarzen Stiefel: Schwarz und Gelb sind Signalfarben des Punk, auffällig, aggressiv. Aber nie lächerlich.

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