Prinzessin Margaret, fotografiert an ihrem 21. Geburtstag Foto: Victoria and Albert Museum, London, Laziz Hamani

Im Londoner Victoria and Albert Museum ist noch bis Juli eine große Hommage für Christian Dior zu sehen. Die Ausstellung zeigt, dass das Haus viel mehr als bloß Mode macht.

London - „We should all be feminists“ – „Wir sollten alle Feministen sein“, steht auf dem schlichten, weißen T-Shirt, das die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie trägt. Entworfen hat es Maria Grazia Chiuri, die seit 2016 als erste Frau Kreativdirektorin im Modehaus Dior ist.

Das zeigt auch, wie zeitgemäß die Marke ist, die schon immer für mehr als bloß Mode steht, sondern eigentlich für wahre Träume, die sich kein Normalsterblicher leisten kann. Das Victoria and Albert Museum in London zeigt in der Sonderausstellung „Christian Dior – Designer of Dreams“ mehr als 200 atem­raubende Roben, zeitlose Klassiker, extravagante Ballkleider und aufregende Haute Couture, sowie Hüte, Mäntel, Taschen, Parfums. Die Schlange vor den Toren des Museums in South Kensington ist lang, die wartenden Frauen tragen sehr schöne Handtaschen, Ballerinas mit Glitzersteinen und Netzstrümpfe. Dem Anlass angemessen.

Dior liebte England mit seiner großen Geschichte

Im Victoria and Albert Museum sind die Klassiker prächtig in Szene gesetzt. Dass er hier gut her passt, der Franzose nach London, wird schnell klar: Dior war anglophil, mochte die Historie des Landes und die Traditionen. „Es gibt kein anderes Land auf der Welt, neben meinem Heimatland, das ich so sehr schätze“, sagte Dior. Prinzessin Margaret, die jüngere Schwester von Königin Elisabeth II., bekam von ihm zum 21. Geburtstag ein imposantes Märchenkleid designt. 1952 gründete er „C.D. Models“, eine bezahlbare Kollektion, die im Nobelkaufhaus Harrods zu kaufen war.

Christian Dior, geboren 1905 in Granville in der Normandie, liebte viele schöne Sachen: Gärten, Architektur, das Reisen und auch England mit seiner großen Geschichte. Eigentlich stammte er aus einer wohlhabenden Großindustriellen-Familie, die Firma seines Vaters musste in der Weltwirtschaftskrise 1931 Insolvenz anmelden, seine Mutter verstarb im selben Jahr.

Legendär ist sein tailliertes Kostüm „Bar Suit“

1946 gründete er, nach einem Versuch als Galerist, das Modeunternehmen Dior. Er hatte 85 Angestellte und drei Ateliers. Acht Jahre später waren es mehr als 1000 Angestellte. Er hatte den sogenannten New Look geschaffen. Legendär ist sein tailliertes Kostüm „Bar Suit“. In den kommenden zehn Jahren entwarf er 22 Kollektionen. Unerwartet stirbt Dior an einem Herzinfarkt 1957 in Italien.

Christian Dior liebte nicht nur Großbritannien, sondern auch das Reisen. Und all seine nachfolgenden Chefdesigner nahmen das Thema immer wieder in ihre Kreationen auf – wie auch die florale Inspiration aus dem Garten. Egal ob Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré, John Galliano, Raf Simons oder aktuell Maria Grazia Chiuri – ihre Designs tragen ganz eigene Handschriften.

Galliano liebt das Exzentrische, Simons das klassisch Schlichte. Doch natürlich kennen sie alle die Dior-Codes, wissen, was drin sein muss, wo Dior draufsteht. Und Chiuri weiß eben auch, dass Frauen heute gerne mal Slogan-T-Shirts tragen und trotzdem von Kleidern mit viel Tüll träumen.

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