Carlos Gruezo (re/neben Valon Behrami): Frühes WM-Aus mit Ecuador Foto: dpa

Carlos Gruezo, Gotoku Sakai und Vedad Ibisevic kommen ohne Erfolgserlebnisse aus Brasilien zum VfB Stuttgart zurück. Immerhin: Stürmer Ibisevic machte ein Tor für Bosnien-Herzegowina. Darüber reden wollte er aber nicht.

Carlos Gruezo, Gotoku Sakai und Vedad Ibisevic kommen ohne Erfolgserlebnisse aus Brasilien zum VfB Stuttgart zurück. Immerhin: Stürmer Ibisevic machte ein Tor für Bosnien-Herzegowina. Darüber reden wollte er aber nicht.

Stuttgart - Beim VfB hatten sie gehofft, die WM-Fahrer würden mit stolz geschwellter Brust aus Brasilien zurückkommen. Nachdem alle drei bereits nach der Vorrunde ausgeschieden sind, muss sich das Trio der Enttäuschten das Selbstvertrauen nun bei seinem Arbeitgeber zurückholen.

Carlos Gruezo (Ecuador/zwei Einsätze/null Tore): Mit gesenktem Kopf murmelt der 18-Jährige leise vor sich hin. Dass die WM für Ecuador enttäuschend verlaufen sei. Dass er gerne mehr gespielt hätte. Und dass er bedauert, nun wieder weit weg von seiner Familie zu sein. Tatsächlich war von den Südamerikanern mehr erwartet worden als nur ein Sieg und das Aus bereits nach der Gruppenphase.

Für Carlos Gruezo greift der Blick auf die nackten Ergebnisse aber zu kurz. „Wir haben nicht schlecht gespielt, am Ende war auch ein bisschen Pech dabei.“ Die WM sei unterm Strich eine „tolle Erfahrung“ für ihn als jungen Spieler gewesen. Das Turnier als solches, die Stadien, die Stimmung, die großen Gegner – all das werde er nie vergessen, erzählt er wenige Tage nach seiner Rückkehr nach Stuttgart.

„Und als ich das WM-Finale gesehen habe, habe ich mir gesagt: Da will ich auch mal hin.“ Seine kurzfristigen Ziele umreißt er so: Beim VfB im defensiven Mittelfeld an seine guten Leistungen aus der vergangenen Rückrunde anknüpfen. Dann ist er auch zuversichtlich, dass die Mannschaft in der Bundesliga eine bessere Rolle spielen wird als zuletzt. „Irgendwann möchte ich mit dem VfB auch mal Meister werden“, sagt Gruezo. Er lacht dabei zum ersten Mal.Rein persönlich freut er sich darauf, dass seine Frau und seine beiden Kinder bald nach Stuttgart nachkommen. Für wie lange, kann er aber nicht sagen. Seinen zukünftigen Wunsch-Arbeitgeber hat er jedenfalls schon einmal benannt: Real Madrid.

Gotoku Sakai
(Japan/null Einsätze): Japan war eine der großen Enttäuschungen bei dieser WM. Woran es gelegen hat? Gotoku Sakai zuckt mit den Schultern. Eine rechte Antwort mag ihm auch heute, Wochen später, nicht einfallen. Nur soviel: Viele Spieler seien verletzt und nicht hundertprozentig fit gewesen. Dass der Verteidiger trotzdem keine einzige Minute zum Einsatz kam, muss die Sache für ihn doppelt bitter machen. Sakai antwortet mit der Ruhe eines japanischen Zen-Meisters: „Ja, das ist schade.“

Nach dem Rücktritt von Nationalcoach Alberto Zaccheroni muss sich der japanische Fußball erst einmal neu sammeln. Das gilt auch für den 23-Jährigen. „In der Nationalmannschaft muss man sehen, was kommt.“ Sein Hauptaugenmerk gilt jetzt erst einmal dem VfB Stuttgart. Ziele gibt es dort schließlich genug.

Vedad Ibisevic (Bosnien/drei Einsätze/ein Tor): Bei dem Stürmer handelt es sich nicht nur um den einzigen VfB-Torschützen bei diesem Turnier, er war auch der erste Spieler überhaupt, der für Bosnien-Herzegowina einen WM-Treffer erzielt hat. Seine persönlichen Eindrücke wären deshalb sicher auf großes Interesse gestoßen. Nur leider wollte Vedad Ibisevic nicht reden. Nach der missratenen vergangenen Saison und der Kritik an ihm ist der 29-Jährige noch immer verstimmt.

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