Jakub Blaszczykowski von Borussia Dortmund kämpft mit Daniel Schwaab um den Ball. Foto: Pressefoto Baumann

„Als Fußballer strebt man immer hohe Ziele an“, sagt der Verteidiger des VfB Stuttgart, Daniel Schwaab. „Wenn wir mal dahinkommen, wo der BVB jetzt steht, wäre das gut.“

Stuttgart - Früher, als kleiner Bub, schlief Daniel Schwaab (25) in Bettwäsche des SC Freiburg. Er wuchs im rund 20 Kilometer von Freiburg entfernten Waldkirch auf – und von 2000 bis 2009 kickte er für den SC und feierte dort sein Profidebüt. Nun, an diesem Sonntag, kehrt der Abwehrmann mit dem VfB nach dem Pokal-Aus im September (1:2) zum zweiten Mal an seine alte Wirkungsstätte zurück – und brachte seine Bekannten schon in die Spur. „Mehr als zehn Karten habe ich für Familie und Freunde organisiert, und es werden alle für den VfB sein“, sagt Schwaab, der sich aber nicht lange aufhalten will mit der badisch-württembergischen Rivalität. Denn der Verteidiger bläst lieber zum Angriff. Und nimmt sich dabei Borussia Dortmund zum Vorbild.

Schwaab, der im Sommer ablösefrei von Bayer Leverkusen kam, ist mittlerweile unangefochtener Stammspieler – und er nimmt vor dem Derby in Freiburg die langfristige Entwicklung des VfB ins Visier. Der BVB habe es vorgemacht, sagt Schwaab: „Sie haben Trainer Jürgen Klopp und dem Team zu Beginn Zeit gegeben, um etwas zu entwickeln – und die muss man uns auch geben.“

In Freiburg soll alles besser werden

Was Schwaab meint: Nach Klopps Dienstantritt im Jahr 2008 gab es auch beim BVB Wellentäler, doch man hielt an einer klaren Strategie fest, holte sich passende Spieler hinzu und gab Profis, die nicht ins Konzept passten, ab. Die späteren Erfolge der Dortmunder sind bekannt – und sie sind Ansporn für Schwaab. „Als Fußballer strebt man immer hohe Ziele an“, sagt er, „wenn wir mal dahinkommen, wo der BVB jetzt steht, wäre das gut.“ Wenn dem VfB das ­innerhalb der nächsten Jahre gelänge, wäre das aus heutiger Sicht fast schon sensationell – auf dem Weg dahin muss der Club aus Cannstatt aber zunächst mal seine Alltagsprobleme in den Griff bekommen.

Sechs Gegentore gab es zuletzt bei Borussia Dortmund, und beim vorherigen Auswärtsspiel beim Hamburger SV (3:3) stand die Abwehr auch nicht sattelfest. Nun soll in Freiburg alles besser werden. Die vergangenen Gegentore hätten nicht am System oder am taktischen Konzept gelegen, sagt Schwaab und ergänzt mit Nachdruck: „Wir müssen in den einzelnen Situationen noch gieriger sein und in den Zweikämpfen mit aller Macht Gegentore verhindern.“ Damit der Abstand zu Borussia Dortmund wieder ein Stück kleiner wird.

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