Daniel Didavi schwächelte zuletzt – und wird den VfB Richtung Wolfsburg verlassen Foto: Baumann

Vier VfB-Spieler stehen bei Darmstadt 98 (Trainer Jürgen Kramny: „Ein nicht ganz unwichtiges Spiel“) an diesem Samstag besonders im Fokus. Eine gute Leistung wäre hilfreich – für die Mannschaft, aber auch für sie persönlich.

Toni Sunjic

Der Bosnier scheint gesetzt als Ersatz für den gelbgesperrten Georg Niedermeier. Darauf deuten zumindest die Aussagen von VfB-Sportchef Robin Dutt („Das Spiel gegen die kopfballstarken Darmstädter ist wie geschaffen für ihn“) als auch von Trainer Jürgen Kramny hin. Der 1,95 Meter große Innenverteidiger bekommt damit endlich mal wieder die Chance, sich von Anfang an zu präsentieren. Das war zuletzt am 17. Spieltag der Fall. Danach wurde er von Georg Niedermeier verdrängt, was nicht unbedingt für den bosnischen Nationalspieler spricht. Zu flatterhaft waren seine Auftritte, zu statisch seine Bewegungsabläufe. Dutt hat bereits durchklingen lassen, dass die Zukunft in der Innenverteidigung Federico Barba und Timo Baumgartl gehört. Beide zählen gegen Darmstadt zum Kader und haben somit ebenfalls die Chance, ein Lebenszeichen zu senden. Eine Vertragsverlängerung von Georg Niedermeier vorausgesetzt, wäre der Drei-Millionen-Einkauf auch kommende Saison womöglich nur zweite Wahl. An diesem Samstag hat er die Gelegenheit, Boden gutzumachen.

b>Florian Klein: Bitte besser machen!

Florian Klein

Auf Florian Klein lag der Fokus bereits bei der jüngsten Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen. Dort hatte der von Kevin Großkreutz auf die Ersatzbank verdrängte Rechtsverteidiger die Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben – und setzte sie prompt in den Sand.

In Darmstadt kann die Devise für den Österreicher nur lauten: Bitte besser machen! Gegen die spezielle Spielweise des Aufsteigers (Vorsicht Fallsucht) wäre für den Abwehrspieler mit einer aufmerksamen Partie ohne großen Fehler schon viel gewonnen. Doch gerade bei den Grundlagen Zweikampfverhalten und Stellungsspiel hakte es bei Klein zuletzt. Das Gute aus Sicht des 29-Jährigen: Viel Konkurrenz hat er auf der Rechtsverteidiger-Position nicht zu fürchten. Nach Großkreutz’ Ausfall dürfte er bis Saisonende gesetzt sein. Doch damit wird sich der Nationalspieler vor seiner ersten EM-Teilnahme nicht zufriedengeben wollen. Kleins Zukunft (Vertrag bis 2017) ist ungewiss – ein paar gute Auftritte im Saisonfinale können da nicht schaden.

Daniel Didavi: Fan-Sympathie verspielt?

Daniel Didavi

Ego-Shooter, Diva, Schönwetter-Fußballer. Die Kommentare in den Fan-Foren belegen: Daniel Didavi (26) stand beim weiß-roten Anhang schon mal höher im Kurs als derzeit.

Was nicht nur damit zu tun hat, dass er beim VfL Wolfsburg schon für die neue Saison im Wort steht. Die unliebsamen Bekundungen gehen auch auf die zuletzt gezeigten Leistungen des Topverdieners (rund drei Millionen Euro pro Jahr) zurück. Nach einer insgesamt starken Saison tauchte er in den vergangenen Spielen immer öfters ab, weshalb sich nicht nur die Fans fragen, was eigentlich los ist mit dem offensiven Mittelfeldspieler, der an guten Tagen den Ball mit seinem linken Fuß so wunderbar ins Tor zimmern kann.

Die Antwort kennt vermutlich nicht mal er selbst so genau. Hat ihm der VfL Wolfsburg den Kopf verdreht? Geht dem lange Verletzten am Ende der Saison womöglich die Puste aus? Welche Rolle spielt der Frust, den er in schlechten Spielen immer wieder offen auslebt?

Es wird spannend zu beobachten sein, wie lange sich Kramny Didavis Leistungen noch anschaut. Problem: Sein Ersatz Alexandru Maxim konnte in dieser Saison auch noch nicht richtig überzeugen.

Timo Werner: Es knirscht

Timo Werner

An Timo Werner scheiden sich die Geister: Supertalent oder Chancentod? Rakete oder nur Geradeaus-Läufer? Fakt ist: Seit ge­raumer Zeit stagniert der 20-Jährige in seiner Entwicklung. Das eigens verordnete Torschusstraining zeitigte nicht die erhoffte Wirkung. Nach dem Leverkusen-Spiel dachte der Alleinunterhalter im Angriff über einen Sturmpartner nach. „Das würde mir vielleicht mehr liegen“, meint er. Doch Kramny findet, dass Werner als alleinige Sturmspitze genügend Unterstützung aus dem Mittelfeld hat.

Es knirscht, und Sportvorstand Robin Dutt ist nicht gut auf Werner zu sprechen. Das Eigengewächs aus Stuttgart-Münster ließ zuletzt ein Bekenntnis zum VfB über die Saison hinaus vermissen, was ihm folgenden Rüffel von Dutt einbrachte: „Ich würde jeden Spieler bitten, sich auf unsere sportliche Lage und nicht auf die persönliche Situation zu konzentrieren. Das gilt gerade für Spieler, deren Zukunft klar geregelt ist.“

Nicht so klar ist die Zukunft von Leihspieler und Werner-Ersatz Artem Kravets. Sollte er am Samstag zum Zug kommen, gilt für ihn wie für die vor ihm Ge­nannten: Er spielt unter besonderer Beobachtung.

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