VfB-Sportvorstand Michael Reschke äußerte sich nach der Partie der Roten gegen den FC Bayern München. Foto: Pressefoto Baumann

Vor dem Pokal-Achtelfinale muss der VfB Stuttgart eine Enttäuschung verarbeiten. Gegen die Bayern hätten die Schwaben fast einen Punkt geholt. „Er hat praktisch alles Leid der Welt auf seinen Schultern“, sagte Sportvorstand Michael Reschke über den tragischen Hauptdarsteller Chadrac Akolo.

Stuttgart - Nach dem dramatischen Hinrunden-Finale gegen den FC Bayern erhielt der gescheiterte Elfmeterschütze Chadrac Akolo Zuspruch von allen Seiten. Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke sprach nach der vierten Niederlage in Serie nicht nur dem frustrierten Kongolesen das Vertrauen aus, er stärkte gleich dem gesamten Aufsteiger für den Abstiegskampf demonstrativ den Rücken. „Wir werden mit dieser Mannschaft die Klasse halten, ganz klar. Die Mannschaft hat ein sehr starkes Gesicht“, sagte der 60-Jährige nach dem bitteren 0:1 gegen den souveränen Herbstmeister aus München.

Sein Optimismus wäre gerechtfertigter gewesen, wenn nicht Akolo zum traurigen Gesicht der Schwaben am 17. Spieltag geworden wäre, sondern anstelle des früheren Stuttgarters Sven Ulreich im Bayern-Tor zum umjubelten Helden. In der vierten Minute der Nachspielzeit hätte Akolo beim Elfmeter nach Videobeweis für den Ausgleich sorgen können, doch der Angreifer scheiterte mit einem schwachen Schuss an Ulreich.

Lesen Sie hier: Unsere Analyse zur Partie des VfB gegen die Münchner.

Niedergeschlagene Entschuldigung

Ein Punkt hätte einen Schub für das DFB-Pokal-Achtelfinale am Dienstag beim FSV Mainz 05 gebracht - und vor allem auch für die Rückrunde ab dem 13. Januar und den Kampf gegen den Abstieg. „Er hat praktisch alles Leid der Welt auf seinen Schultern“, sagte Reschke über Akolo. Der 22-Jährige entschuldigte sich niedergeschlagen bei Fans und Mitspielern. „Es tut mir leid! Aber ich werde mein Bestes geben und wir haben am kommenden Dienstag die Möglichkeit, wieder alles für unseren Verein zu geben“, schrieb er bei Instagram.

Mit 17 Punkten überwintert der Rückkehrer in die Fußball-Bundesliga auf Tabellenplatz 14. Fünf Siege, zwei Unentschieden, zehn Niederlagen und nur zwei Zähler vor einem direkten Abstiegsrang: Mit dieser Bilanz enden die ersten 17 Partien in der Beletage von Trainer Hannes Wolf. Mit der vierten Schlappe nacheinander durch den späten Treffer von Nationalspieler Thomas Müller (79. Minute) schrumpfte ein komfortablerer Vorsprung zusammen. „17 Punkte ist nicht so ganz das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Torhüter Ron-Robert Zieler. In der Abstiegssaison waren es zur Halbserie 15 Punkte und Platz 15.

Schwierige Situation in der Rückrunde

Leise und niedergeschlagen nahm Wolf am Samstagabend nach dem Frust der vergangenen Wochen Stellung, da half auch das „Kompliment“ für die Leistung von Trainer-Kollege Jupp Heynckes nichts. „Wir gehen mit einer schwierigen Situation in die Rückrunde, aber mit einer lösbaren“, sagte der 36-Jährige.

Der verpasste Schritt zur Portion Extra-Motivation soll nun mit dem Erreichen des Pokal-Viertelfinals gelingen. Dafür müsste der VfB aber seine Auswärts- und Abschlussschwäche überwinden. Vier Partien traf der Aufsteiger nicht mehr ins Tor, weist mit Werder Bremen die zweitschwächste Offensive der Bundesliga auf (je 13 Treffer).

„Da werden wir uns etwas einfallen lassen“, kündigte Reschke für die Rückrunde an, dämpfte am Sonntag in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ aber die Erwartungen: „Garantierte Torgefahr im Winter zu verpflichten, wird kaum möglich sein“, sagte der 60-Jährige und setzt auch auf die Rückkehr des Langzeitverletzten Carlos Mané und des Dauerpatienten Daniel Ginczek: „Wenn wir in der Offensive alles mal wieder stabil an Bord haben, wird sich da auch einiges lösen.“

Formschwacher Terodde

Nicht gänzlich ausgeschlossen scheint trotz des Dementis des Beraters der Abschied des formschwachen Simon Terodde. Um ihn ranken sich Gerüchte, der Zweitliga-Torschützenkönig selbst hielt seine Zukunft offen.

„Wenn wir in Mainz gewinnen, wäre das für den Abschluss des Jahres ganz wichtig - keine Frage“, stellte Reschke klar und wünschte schon einmal frohe Feiertage. Mit einem Remis gegen Bayern hätten Stuttgart und seine Fans den Festtagen optimistischer entgegen geblickt.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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