Rani Khedira (li.) jubelt mit Vedad Ibisevic. Foto: dpa

Der Profi des VfB Stuttgart hat gemeinsame Einsätze mit seinem älteren Bruder Sami Khedira im Blick.

Stuttgart - Rani Khedira (19) hatte die Wahl. Zwei Rückennummern waren noch übrig, alle anderen waren schon an die restlichen VfB-Profis vergeben. Und irgendwie war dann schnell klar, was passieren würde. Khedira griff zu – und nahm die 28. Jene Nummer also, mit der schon der große Bruder Sami (26) beim VfB vor seinem Wechsel zu Real Madrid im Sommer 2010 Furore machte. „Ich habe gedacht, dass die 28 hier schon mal einem Khedira Glück gebracht hat und dass ich das dann auch mal testen will“, sagt Rani, der die ebenfalls noch zur Wahl stehende Nummer drei „als Mittelfeldspieler auch nicht so schön fand“.

Die Nummer ist also gleich wie bei Sami – der Rest auch? Mitnichten! „Ich versuche, meinen eigenen Weg zu gehen“, sagt Rani Khedira: „Ich bin Rani, und nicht Sami.“ Vergleiche seien aber normal, sagt Rani noch, „schließlich sind wir ja Brüder“.

„Ich will dem Trainer weiter zeigen, dass ich da bin“

Irgendwie aber scheint die Emanzipation von Sami in großen Schritten voranzuschreiten. Zuletzt machte Rani Khedira gegen Hannover 96 (4:2) sein erstes Bundesligaspiel von Beginn an, weitere Einsätze sollen folgen, am besten schon beim VfL Wolfsburg an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky). „Ich will dem Trainer weiter zeigen, dass ich da bin“, sagt der defensive Mittelfeldmann, der als junger Profi allerdings keinen Vertrauensvorschuss des ehemaligen Jugendtrainers Thomas Schneider wahrnimmt. „Der Trainer stellt nach Leistung auf“, sagt Khedira trocken: „Er beobachtet im Training, wer so weit ist, da kommt es nicht darauf an, ob jemand jünger oder älter ist. Die Jungen können jetzt ja auch nicht jeden an die Wand spielen – wir brauchen die erfahrenen Profis, die uns führen.“

Profis wie Stürmer Vedad Ibisevic, der Rani Khedira kurz vor dem Anpfiff gegen Hannover zur Seite nahm. „Vedo hat mir gesagt, dass alle anderen in der Mannschaft für mich da sind, dass sie mir helfen und alles geradebügeln, wenn mal was schiefgehen sollte.“ Das Vertrauen gab Rani Khedira Auftrieb – ebenso wie der Gedanke, irgendwann einmal bei einem Pflichtspiel mit Sami zusammen auf dem Platz zu stehen. Ob als Mitspieler oder Gegner, sei da zunächst einmal zweitrangig. In der Nationalelf machten die Bender-Zwillinge Lars und Sven beim Spiel in England zuletzt vor, wie so etwas gehen kann. Zwei Khediras als Duett zusammen im Nationalteam – das sei natürlich ein Traum, sagt der jüngere Bruder: „Aber das ist noch ein sehr weiter Weg.“

Doch Rani Khedira, so viel scheint klar zu sein, ist bereit für den nächsten Schritt.

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