VfB-Präsidentschafts-Kandidat Christian Riethmüller: Neuer Ärger Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Ein vermeintlicher Facebook-Kommentar verursacht neuen Wirbel um Christian Riethmüller. Unsere Redaktion prüfte den Fall und beschloss, den Screenshot nicht zu veröffentlichen. Am Freitag wurde er andernorts trotzdem publiziert. Was steckt dahinter?

Stuttgart - Wird der Zweikampf ums Präsidentenamt beim VfB Stuttgart jetzt schmutzig? Die jüngste Nachricht mit Krawall-Faktor ploppte am Freitagmittag auf bei Bild.de: Verbunden mit der Frage „Stolpert Christian Riethmüller über diesen Facebook-Post?“ Unsere Zeitung hatte am Abend zuvor auf die Veröffentlichung verzichtet. Und das aus gutem Grund: Auch den Stuttgarter Nachrichten war der Kommentar zu einem Facebook-Posting (FB) am Donnerstagmorgen in Form eines Screenshots zugespielt worden. Er liegt der Redaktion noch vor. Darin wird unter dem Namen Christian Riethmüller der VfB-Spieler Santiago Ascacibar heftig attackiert. Der Grund: Die Spuckattacke gegen Kai Havertz im Frühjahr im Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen. Der Argentinier sah die Rote Karte, wurde sechs Wochen gesperrt und vom VfB mit einer Geldstrafe belegt.

Echtheit nicht zu belegen

Aber die zweifelsfreie Echtheit des Kommentars war nach journalistisch gültigen und verantwortbaren Maßstäben nicht zu belegen. Unsere Redaktion konfrontierte den VfB-Präsidentschaftskandidaten Christian Riethmüller mit dem Post. Verbunden mit der Bitte um Stellungnahme. Nach mehrmaligem Nachhaken meldete sich der Tübinger Geschäftsführer der Osianderschen-Buchhandlungen am Abend telefonisch. Er wolle den FB-Kommentar weder bestätigen noch dementieren. „Ich sage dazu überhaupt nichts.“ Auch Verantwortliche des Vereinsbeirats beim VfB Stuttgart, denen der Screenshot nach unseren Recherchen auch vorlag, wollten keine Stellungnahme abgeben.

Riethmüllers Verdacht

Per SMS ließ Christian Riethmüller der Redaktion am Abend eine Stellungnahme zukommen, die er gleichlautend am Freitagmorgen in seinem Facebook-Account veröffentlichte. In ihr stellt er die These auf, dass es im Umfeld seiner Bewerbung offenbar Kräfte gebe, die den Erfolg seiner Bewerbung verhindern wollen. Ohne freilich den Namen seines Konkurrenten, des Böblinger Unternehmers, Claus Vogt, zu nennen. Er habe sich in der „Hoffnung beworben, in einem fairen Wahlkampf bestehen zu können und meine Kräfte voll für den VfB Stuttgart einsetzen zu können. Je näher ich diesem Ziel allerdings komme, umso stärker wird über die Presse und soziale Netzwerke versucht, mir zu schaden – durch Gerüchte, durch falsche Wiedergabe von Dingen, die ich gesagt haben soll, durch Fehler, die ich gemacht habe oder durch Aussagen, die ich in der Vergangenheit getätigt habe. Ich gehe fest davon aus, dass in den nächsten Tagen weitere Attacken kommen werden, und ich bin gespannt, wie kreativ diese sein werden.“ Trotzdem lasse er sich nicht von seinem Ziel abbringen, Präsident des VfB Stuttgart zu werden. Zuletzt war Christian Riethmüller in die Schlagzeilen geraten, weil eine an die Öffentlichkeit durchgedrungene Äußerung vor dem VfB-Mitgliederausschuss von Kritikern in die Nähe von Rassismus gerückt wurde. Er entgegnete den Vorwürfen, er sei missverstanden worden.

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