Hannes Wolf würde sich freuen, wenn der Transfer von Chadrac Akolo klappt. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart verhandelt derzeit mit dem Stürmer des FC Sion – offenbar mit guten Erfolgsaussichten. Der Offensivakteur zeichnet sich insbesondere durch seine Schnelligkeit, Technik und Torgefährlichkeit aus.

Stuttgart - Der Nächste, bitte? Nach Orel Mangala (19/Anderlecht) und Anastasios Donis (20/Juventus Turin) arbeitet der VfB Stuttgart mit Hochdruck an seinem dritten Transfer in diesem Sommer. Der Kandidat heißt Chadrac Akolo (22/FC Sion), mit dem die Verhandlungen so weit fortgeschritten sind, dass eine Einigung möglich ist. Die Ablösesumme würde rund fünf Millionen Euro betragen – nach den 1,8 Millionen für Mangala und den vier Millionen für Donis.

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Akolo spielt im rechten offensiven Mittelfeld und wäre zunächst einmal der Ersatz für den verletzten Carlos Mané (23), der noch monatelang ausfällt. Wie schon Mangala und Donis passt auch Akolo vom Grundsatz her genau in das Anforderungsprofil beim VfB, das der Manager Jan Schindelmeiser und der Trainer Hannes Wolf erstellt haben – er ist jung und entwicklungsfähig. Dazu zeichnet er sich durch seine Schnelligkeit, Technik und Torgefährlichkeit aus.

Welche neuen Spieler der VfB verpflichtet, war auch Thema unter den Fans beim Trainingsauftakt am Montag. Wie blicken sie der neuen Saison entgegen? Das haben wir am Montagabend die Zuschauer gefragt. Sehen Sie die Antworten im Video:

Akolo hat schon einiges mitgemacht

So hat er für Sion in der vergangenen Saison 15 Treffer erzielt und fünf weitere vorbereitet. Und was bei Akolo noch gegeben ist: er arbeitet besessen für den Erfolg, auch weil er die Schattenseiten des Lebens kennt, die seine Einstellung geprägt haben. So ist er im Kongo einst in großer Armut aufgewachsen – und dann im Alter von 14 Jahren als Flüchtling mit dem Boot über das Mittelmeer in die Schweiz gekommen. Nach vielen Irrungen und Wirrungen hat er dort beim FC Sion eine sportliche Heimat gefunden.

Unter dem Trainer Peter Zeidler, der von 2008 bis 2011 bei der TSG Hoffenheim als Assistent von Ralf Rangnick tätig war, schaffte Akolo den Durchbruch und gehörte zu den besten Spielern in der Super League. Damit weckte er das Interesse einiger Clubs auch in Deutschland. Der VfB war von Anfang an dabei, weil klar war, dass Akolo wegen der Entlassung seines Mentors Zeidler im April enttäuscht vom FC Sion war. Deshalb hat er um die Freigabe aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag gebeten. „Akolo ist ein außergewöhnlicher Junge und einer jener selten gewordenen Instinktfußballer“, sagt Zeidler, „ich traue ihm eine Menge zu.“ Der VfB sieht es offenbar genauso.

Wenn die Verpflichtung klappt, würde Akolo auf dem Wasen nicht mehr auf Boris Tashchy (24) treffen. Der noch bis 2018 datierte Vertrag des zuletzt an den FC Brünn ausgeliehenen Stürmers wurde aufgelöst. Jetzt wechselt Tashchy zum Zweitliga-Aufsteiger MSV Duisburg.

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