Soll bleiben: VfB-Mittelfeldspieler Alexandru Maxim (li.) Foto: Baumann

Und wieder macht ein angebliches Angebot für Alexandru Maxim die Runde. So gerne der VfB Stuttgart die Ablöse annehmen würde – der Verein will auf die Dienste des rumänischen Spielmachers nicht verzichten.

Lagos - Der Spieler bestätigt ein Angebot aus England, sein Berater dementiert, der VfB ebenfalls. Es bedarf also eines ausgeprägten Forscher-Gens, um die Wahrheit hinter den jüngsten Mutmaßungen um Alexandru Maxim (24) zu ergründen. Fakt ist, dass Swansea City Interesse an der Nummer 44 des VfB hatte – und offenbar weiter hat. Denn von der britischen Insel ist zu hören, dass die Waliser bereit wären, sieben Millionen Euro in den Techniker zu investieren. Erst recht, nachdem Swansea vor kurzem den Stürmer Wilfried Bony für 37 Millionen Euro an Manchester City verkauft hat. Geld ist also im Überfluss vorhanden. „Ich weiß, dass es ein Angebot gibt“, sagt Alexandru Maxim im Trainingslager des VfB an der Algarve. Sein Berater Herbert Briem hält dagegen: „Mir liegt nichts vor.“ VfB-Sportvorstand Robin Dutt legt sich noch mehr fest: „Es gibt keine Angebote.“

Nun ist es zuweilen ein kurzer Weg vom Interesse an einem Spieler bis zu einem konkreten Kaufgesuch. Und dass da etwas im Busch ist, mag auch Robin Dutt nicht leugnen. „Der Kontakt zu Swansea ist nicht so, als dass ich darüber sprechen könnte oder wollte.“ Schon im vergangenen Sommer hatte Swansea City die Angel nach Maxim ausgeworfen – vergebens. Auch in der laufenden Winterpause geht der Club leer aus, zumindest lässt Robin Dutt keine Zweifel, dass der VfB an Maxim festhalten wird. Zufall oder nicht: Erst vor einigen Tagen hat der neue Sportvorstand das Gespräch mit dem Rumänen gesucht. Dabei, beteuert Dutt, habe er ihm „ausdrücklich gesagt, dass er bei uns eine wichtige Rolle spielt“.

Genau daran zweifelt Alexandru Maxim. Trainer Huub Stevens hat sich jedenfalls lange Zeit nicht als glühender Anhänger seiner Spielwiese zu erkennen gegeben, im Gegenteil: Seit der Niederländer wieder das sportliche Sagen hat, musste sich Maxim, mehr als zuvor, mit der Rolle des Jokers begnügen. Wie bei seinem ersten Engagement im Frühjahr hielt Stevens ihm seine Mängel im Defensivverhalten vor und berücksichtigte ihn nur sporadisch. In einem Gespräch wies der Coach ihn auf seine Defizite hin. Maxim stellte daraufhin sein Spiel etwas um, was Stevens zuletzt mit zwei Einsätzen von Beginn an honorierte.

Allerdings traut Maxim dem Frieden nicht. Vordergründig sagt er zwar: „Ich sehne mich nicht nach mehr Wertschätzung. Manche Spieler brauchen Zuspruch und das Gefühl, wichtig zu sein. Mir ist das egal.“ Er gebe immer hundert Prozent für den VfB, „in unserer Situation müssen Einzelinteressen zurückstehen, wir müssen geschlossen wie eine Familie auftreten“. Doch ganz so egal ist es ihm dann doch nicht. Denn natürlich weiß er um seine Stärken, die sich in Toren und noch mehr Torvorlagen ausdrücken: Vergangene Saison kam er auf sieben Treffer, zwölf weitere bereitete er vor. In der laufenden Spielzeit traf er in zehn Einsätzen einmal und legte vier Tore auf. Diese Statistik lässt er für sich sprechen, wenn er über den VfB sagt: „Der Verein muss sagen, ob er mich braucht.“

Das, beteuert Robin Dutt, ist bereits geschehen. „Der Trainer spricht mit ihm, ich spreche mit ihm. Es gibt doch keine größere Wertschätzung für einen Spieler, als wenn der Verein sagt: Du bist unverkäuflich.“ Zumindest gilt das für die Winterpause. Im Sommer sieht man weiter.

Zurzeit sind dem VfB jedenfalls die Hände gebunden, aus mehreren Gründen. Zum einen verträgt die Mannschaft keine weitere Schwächung, zum anderen ist im Winter auf die Schnelle wohl kaum ein gleichwertiger Ersatz für den Ecken- und Freistoßspezialisten zu finden – selbst wenn der Verein die sieben Millionen Euro komplett reinvestieren würde. Und dann ist da ein weiteres Argument: Daniel Didavi.

Der gebürtige Nürtinger weist ähnliche Spielmacherqualitäten wie Alexandru Maxim auf, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Nach seinem Knorpelschaden, den er sich vor zweieinhalb Jahren zugezogen hat, kommt Didavi dauerhaft nicht auf die Beine. Immer wieder fällt er nach Rückschlägen aus, auch im Trainingslager muss er wieder passen. Stattdessen quält er sich im Reha-Center in Stuttgart. Die ersten Spiele in der Rückrunde wird er auf jeden Fall verpassen, eine mittelfristige Prognose über seine Genesung ist schier unmöglich. Würde nun Maxim gehen, dann würde im Kampf gegen den Abstieg die womöglich entscheidende Substanz in der Mittelfeldzentrale fehlen. Deshalb raufen sich beide Seiten, der VfB und Maxim, zusammen. Es muss ja nicht ewig halten.

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