Alexandru Maxim (in Blau) im August gegen die VfB-Profis Benjamin Pavard (Mi.) und Orel Mangala (re.) Foto: Baumann

Beim Namen Alexandru Maxim stöhnt so mancher VfB-Fan auf. Hätte man ihn im Sommer wirklich nach Mainz wegschicken sollen? Heute trifft der Rumäne im DFB-Pokal-Achtelfinale mit seinem FSV Mainz auf seine Vergangenheit VfB Stuttgart.

Stuttgart - Alexandru Maxim ist ein Mysterium. In viereinhalb Jahren in Stuttgart wurden manche nie schlau aus dem Rumänen – mal hui, mal pfui. Mal König, mal Bettelmann. Mal verflucht, mal verehrt. Und anscheinend geht die Geschichte mit dem Mittelfeldspieler beim FSV Mainz 05, der an diesem Dienstag (18.30 Uhr) im DFB-Pokal-Achtelfinale den VfB Stuttgart empfängt, in ähnlicher Dramaturgie weiter. Wäre der 27-Jährige ein Schüler und die Bundesliga-Partien Klassenarbeiten, so würde er im Dezember eine 4 plus im Schnitt erhalten. Gegen den FC Augsburg (1:3) das 0:1 mitverschuldet, gegen RB Leipzig (2:2) elf Minuten vor Schluss eingewechselt und die Ecke zum 2:2 getreten, gegen Dortmund (0:2) nach 64 Minuten eingewechselt und keine Akzente gesetzt, gegen Bremen (2:2) in den letzten 20 Minuten auf dem Feld und einmal den Ball von der eigenen Torlinie geschlagen. Nicht wirklich enttäuschend, aber ein gutes Stück weit entfernt von richtig klasse. Ein bisschen besser als ausreichend eben. In möglichen 1530 Einsatzminuten in der Liga-Vorrunde absolvierte er lediglich 643: In 14 Partien stand Maxim auf dem Feld, erzielte einen Treffer und leistete eine Torvorlage.

Maxim, das Mysterium. Denn im November präsentierte sich der 31-malige rumänische Nationalspieler in Spiellaune. Da war er rundum zufrieden mit sich und seiner Situation. „Es war der rich­ti­ge Schritt von Stuttgart nach Mainz. Ich fühle mich gut, ich bin po­si­tiv“, sagte Maxim im Brustton der Überzeugung. Er profitiere sehr von Trainer Sandro Schwarz, den er als „sehr kom­mu­ni­ka­tiv“ bezeichnete. „Er kommt zu mir, ich kann je­der­zeit zu ihm und auch zu den an­de­ren Trai­nern kom­men, offen dis­ku­tie­ren. Ich schät­ze das sehr“, erzählte der Mittelfeldmann. Überhaupt hatte sein Engagement in Mainz ziemlich überzeugend begonnen – abgesehen vom 0:1 in Stuttgart, wo Maxim Ende August im zweiten Saisonspiel auf der ganzen Linie enttäuscht hatte. Mal setzte Schwarz ihn als Zehner ein, der Lieblingsposition von Maxim, häufiger aber als sogenannter Achter. Auf der Halbposition nämlich, findet der FSV-Trainer, „trägt Alexandru nicht die ganze Last für sich“. Die Verantwortung ist dann auf mehrere Spieler verteilt, was den Kopfmenschen Maxim psychisch entlastet und er sich selbst nicht so unter Druck setzt. Auf der Zehn „erwarten alle ein Tor“, erklärte der Coach, „da muss er alles machen“. Auf der Acht wirkten die Offensivaktionen gradliniger und zielstrebiger.

Maxim hat offenbar gelernt, seine Situation zu akzeptieren; nicht stets zu lamentieren oder mit gesenktem Kopf durch die Landschaft zu marschieren, wenn die Dinge nicht so laufen, wie er es gerne hätte. In Stuttgart hatte er sich häufig unverstanden gefühlt. „Der Trai­ner ist der Boss“, sagte der FSV-Profi vor geraumer Zeit und gab sich entsprechend geläutert, „wenn er ent­schei­det, mich auf der Bank zu las­sen, muss ich das ak­zep­tie­ren. Und wenn er mich spie­len lässt, muss ich das Beste geben.“ Es sieht ganz danach aus, als würde Sandro Schwarz den Rumänen gegen dessen Ex-Club von Beginn an aufs Feld schicken. Allem Anschein nach hat Alexandru Maxim ein paar wichtige Lektionen des Profi-Fußballs gelernt – er achtet auf seine Er­näh­rung, auf sei­nen Kör­per, sei­nen Le­bens­stil. „Ein Bier ab und zu ist okay, aber man muss wis­sen, wann man sich das gön­nen kann“, betonte der Rumäne, der auch von sich sagt, dass er gelernt habe, pünktlich zu sein. „Man kann sagen, ich bin ein biss­chen deutsch ge­wor­den“, meinte Maxim. Mag sein, aber ein schwierig durchschaubares Mysterium dürfte der Mann dennoch bleiben. Auch in Mainz.

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