Die Heimspiele des VfB Stuttgart sind regelmäßig ausverkauft. Das befeuert den Schwarzmarkt. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart trifft im ersten Heimspiel der neuen Saison auf den FC Bayern München. Und hat es jetzt wieder mit horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt zu tun.

Stuttgart - Es geht schon wieder los: Kaum hatten die Mitglieder des VfB Stuttgart am Dienstag die Chance, sich Karten für das erste Bundesliga-Heimspiel der kommenden Saison gegen den FC Bayern München zu sichern (1. September, 18.30 Uhr), waren auch auf den einschlägigen Portalen für Ticketverkäufe zahlreiche Angebote für dieses Spiel zu finden. In fast allen Fällen zu deutlich teureren Preisen, als sie der VfB Stuttgart für seine Mitglieder aufgerufen hatte.

Der Schwarzmarkt blüht. Mal wieder. Zumal das Spiel mittlerweile nahezu ausverkauft ist. Längst gehört es zum Alltag von Fußballvereinen, Konzertveranstaltern und anderen, dass Tickets für begehrte Events im Internet zu horrenden Preisen angeboten werden. Im aktuellen Fall des VfB Stuttgart, dem in solchen Fällen oft die Hände gebunden sind, gibt es Karten für das Heimspiel gegen den FC Bayern in allen Preiskategorien zu kaufen.

Tickets für bis zu 2000 Euro angeboten

Beim ohnehin umstrittenen Tickethändler Viagogo gab es am Mittwochmorgen beispielsweise eine Stehplatz-Karte für 204 Euro zu erwerben. Eine Karte, die sonst maximal 30 Euro kostet. Weitere Angebote reichten von 130 Euro bis 250 Euro für die verschiedenen Bereiche in der Mercedes-Benz-Arena. Kein Ticket wurde zum Normalpreis eingestellt.

Damit jedoch nicht genug. Auf anderen Portalen fanden sich ähnliche Preise. Bei Ebay erlaubte sich am Dienstag ein Anbieter sogar, zwei Tickets für 1893 Euro anzubieten (1893 ist das Gründungsjahr des VfB Stuttgart). Auf Verhandlungsbasis zwar, aber trotzdem. Dieses Paket gibt es mittlerweile allerdings nicht mehr zu erwerben. Dafür zwei Karten in der Untertürkheimer Kurve für 300 Euro. Normalpreis etwa 70 Euro.

Als Hintergrund wichtig: nicht alle dieser Angebote stammen automatisch von VfB-Mitgliedern. Diese könnten ihre Tickets auch legal weitergegeben haben. Oder: Händler stellen Karten ins Netz, die sie noch gar nicht erworben haben.

Der VfB jagt Schwarzmarkt-Händler

Beim VfB Stuttgart sieht man dieses Geschäftsgebaren mit Argwohn. Zunächst mal kann der Verein aber nur an seine Anhänger appellieren, die Karten nicht über solche Wege weiterzuverkaufen. „Oft fehlt uns in solchen Fällen die Handhabe“, sagt ein Sprecher des VfB Stuttgart. Nämlich immer dann, wenn die Verkäufer keine näheren Angaben zu Tickets oder den persönlichen Daten machen. „Dann wird es schwierig, das genau zurückzuverfolgen.“

Schwierig, aber nicht unmöglich. Generell ist der kommerzielle und gewinnorientierte Weiterverkauf von Eintrittskarten auch beim VfB verboten. Aus diesem Grund arbeitet der Verein seit einigen Monaten mit zwei Anwaltskanzleien zusammen, um illegale Ticketverkäufer aufzuspüren.

Gelingt dies, gehen Unterlassungserklärungen und Abmahnungen an Schwarzmarkthändler raus. Außerdem werden diese für den weiteren Kartenverkauf beim VfB gesperrt. Theoretisch sind auch Geldstrafen möglich. Mitgliedern droht zudem der Vereinsausschluss.

Über Erfolgsmeldungen bei Fahndungsversuchen kann und will der Verein keine Auskunft geben. Seit der Kooperation mit den beiden Kanzleien sind die Möglichkeiten aber gestiegen, gegen illegale Verkäufer vorzugehen.

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