Neun Wochen nachdem sich Georg Niedermeier in der Europa-League-Qualifikation gegen Botev Plovdiv das Innenband im Knie gerissen hat, steht er vor der Rückkehr in die Mannschaft. Foto: dpa

Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart drängt nach einer rund zweimonatigen Verletzungspause zurück ins Team.

Stuttgart - Georg Niedermeier ist auf dem Platz bekannt dafür, sich selbst und seine Gegenspieler nicht zu schonen – nun zeigte der VfB-Innenverteidiger auch auf den Rängen Biss. Niedermeier nahm beim Heimspiel gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag (1:1) auf der Pressetribüne Platz, freute sich über „die tolle Übersicht“ – und doch stimmte etwas nicht. „Ich bin immer so aufgeregt, wenn ich zuschauen muss, da kann es schon mal sein, dass ich mir die Lippen aufbeiße“, sagt der Abwehrmann.

Trotz aller Anspannung blieb rund um Niedermeiers Mund alles unversehrt – und in Kürze könnte es gut sein, dass der Innenverteidiger sich bei seinen Attacken nicht mehr auf sich selbst konzentrieren muss, sondern wieder mit gegnerischen Stürmern vorliebnehmen kann. Denn neun Wochen nachdem sich Niedermeier in der Europa-League-Qualifikation gegen Botev Plovdiv das Innenband im Knie gerissen hat, steht er vor der Rückkehr in die Mannschaft.

Niedermeier (27) läuft heiß – er ist wieder mittendrin, beim Trainingsspielchen Jung gegen Alt am Dienstagvormittag gab er schon wieder eifrig Kommandos und nahm hinterher die Jungspunde aufs Korn, nachdem diese die letzte der drei Partien gewonnen hatten. „Ach, wir haben die ersten zwei Spiele gewonnen, das letzte haben wir ihnen dann quasi geschenkt, sonst hätten sich die Burschen am Mittag gar nicht mehr aus der Kabine getraut“, sagt der Abwehrmann.

Niedermeier kämpft um seinen Platz in der Abwehrzentrale

Der Spaß ist zurück bei Niedermeier. Endlich, wie er selbst sagt. Rund fünf Wochen in der Reha-Welt, danach ein straffes Programm mit Konditionstrainer Christos Papadopoulos – für Niedermeier war die Rückkehr auf den Platz überfällig. „Mit unserem Konditionstrainer hat das Programm um 7.30 Uhr begonnen – da ist der Papa aber auch noch nicht so fit, also hat er mich erst mal eine Viertelstunde Fahrrad fahren lassen“, sagt Niedermeier und lacht. Es folgten Stabilisations- und Kräftigungsübungen – das eintönige Programm eines Verletzten.

Nun sind der Ball und die Teamkollegen wieder mit dabei, und Niedermeier kämpft um seinen Platz in der Abwehrzentrale, wo Daniel Schwaab und Antonio Rüdiger zuletzt einen guten Job machten. „Daniel ist sehr kommunikativ auf dem Platz, das ist sehr wichtig“, sagt Niedermeier über Schwaab – wohl wissend, dass der Neuzugang längst zu einem Konkurrenten um einen Stammplatz geworden ist. Dennoch sagt Niedermeier, dass „ich erst mal fit sein will und an die 100 Prozent kommen will“. Das dauere noch seine Zeit, ergänzt der Verteidiger: „Ich mache mir da keinen Druck.“ Früher oder später aber wird Niedermeier zurück ins Team drängen. Auch, um seine Lippen nicht weiter zu gefährden.

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