Siegtorschütze für den VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach: Anastasios Donis Foto: Baumann

Anastasios Donis ist der entscheidende Mann beim 1:0 des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach – und verteilt einige Spitzen gegen den Ex-Coach. Wie lange hält sein Glück diesmal?

Stuttgart - Viel hat ja nicht gefehlt, und Anastasios Donis hätte es als Helden dieses Spiels gar nicht gegeben. Wäre die Szene in der vierten Minute der Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach anders ausgegangen, wäre der Stürmer nicht Sieger sondern Schuldiger gewesen. Am 0:1, vielleicht auch an einer weiteren Niederlage. Doch Ron-Robert Zieler sorgte mit einer Glanztat dafür, dass Donis’ Fehlpass ohne Folgen blieb. „Das“, sagte der VfB-Keeper, „haben wir gebraucht.“ Anastasios Donis braucht etwas anderes.

Ansprache und Vertrauen sind für Donis entscheidende Dinge, die einen guten Trainer ausmachen. Nico Willig sei demnach „ein guter Trainer“, das hat der Angreifer schnell festgestellt. Weil er mit ihm schnell nach seiner Amtsübernahme am vergangenen Sonntag das Gespräch gesucht habe. „Er hat mir gesagt, dass er mir vertraut“, erklärte Donis nun – nachdem er es zurückgezahlt hatte.

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Unter Willig war Anastasios Donis mal wieder für die Startelf nominiert worden. Dass der neue Coach ein aktiveres Spiel mit Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte verlangt, komme ihm entgegen, meinte er. In Halbzeit eins wäre er nach guten Aktionen beinahe zum Vorbereiter geworden, nach der Pause war Donis der Vollstrecker. Erst traf er nach einem Konter den Pfosten, wenig später gelang ihm nach geschickter Zweikampfführung gegen Gladbachs Nico Elvedi der Siegtreffer. Den Erfolg „haben wir uns verdient“, sagte Donis nun und forderte: „Wir müssen so weitermachen.“ Dann sei schließlich auch die direkte Rettung kein Ding der Unmöglichkeit – trotz der sechs Punkte Rückstand auf Schalke 04. Weitere Siege traut er seinem Team auf jeden Fall zu. Jetzt. Nach dem Trainerwechsel.

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Dass verschiedene Coaches unterschiedliche Vorstellungen, Taktiken und Arbeitsweisen haben, kann Donis gut akzeptieren. „Aber ich erwarte Kommunikation, vor allem mit den jungen Spielern, das ist das Wichtigste“, findet er – und macht keinen Hehl daraus, dass er genau dies zuletzt vermisst hat. Markus Weinzierl galt nicht nur im Falle des Griechen nicht gerade als großer Kommunikator im Umgang mit seinen Spielern. Unter Nico Willig witterte Donis nicht nur die Chance auf konstruktive Gespräche, sondern auch auf einen dauerhaften Platz in der Startformation – den er sich bislang nie erkämpft hat.

Drei Trainer erlebte Donis vor Willig in Stuttgart, seit er im Sommer 2017 zum VfB kam. Alle lobten seine Vorzüge, auch der aktuelle Sportchef Thomas Hitzlsperger sagt: „Er hat eine brutale Qualität, wenn es um Schnelligkeit geht.“ Mangelnde Zuverlässigkeit im Defensivverhalten monierten aber auch alle Coaches, immer wieder gab es auch Disziplinlosigkeiten. Donis vermisste seinerseits das Vertrauen über einen längeren Zeitraum.

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Die eine Woche rein, nach einem schwächeren Spiel gleich wieder raus – „das ist ein Desaster für einen jungen Spieler“, sagt der 22-jährige Grieche und wünscht sich für die Zukunft mehr Unterstützung. Wenn er denn beim VfB bleibt.

„Ich würde gerne bleiben“, sagt der Mann, der einen Vertrag bis 2021 besitzt, „ich fühle mich hier wohl.“ Donis („Ich will erst einmal die Saison gut beenden und mit dem VfB in der Liga bleiben“) weiß aber auch, dass sich im Fußball die Zukunft selten konkret planen lässt. Und so hänge es ja auch davon ab, was der neue Trainer in der neuen Saison vorhat. Und ob er ein kommunikativer Typ ist.

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