Tobias Werner steht mit dem 1. FC Nürnberg in der zweiten Liga auf Rang vier. Foto: Getty

Sechs Spieler hat der VfB Stuttgart derzeit an andere Clubs ausgeliehen. Der Verein hält Kontakt – und sieht: Die Entwicklung verläuft ganz unterschiedlich.

Stuttgart - Über die Sinnhaftigkeit von Ausleihgeschäften wurde gerade in Stuttgart zuletzt viel diskutiert. Meist ging es dabei um die mögliche Abmeldung der U-23-Mannschaft – und den daraus resultierenden Perspektiven für nachrückende Talente. Dabei ist das Thema auch ein ganz aktuelles: Sechs Profis, die in Stuttgart unter Vertrag stehen, hat der VfB derzeit an andere Clubs ausgeliehen.

Die meisten dieser Geschäfte hat der Sportvorstand Michael Reschke ausgehandelt – als es kurz nach Saisonbeginn darum ging, den VfB-Bundesligakader auf eine vernünftige Größe zu schrumpfen. Etwas mehr als zwei Monate sind seitdem vergangen, und weil keiner des Sextetts an einen Bundesligakonkurrenten abgegeben worden ist, drängt sich fast folgendes Motto auf: aus den Augen, aus dem Sinn. Doch dem widerspricht Reschke vehement.

Austausch mit Clubs, Spielern, Trainern und Beratern

„Es ist die Verpflichtung unseres Clubs, dass wir diese Spieler während der Ausleihe im Auge behalten“, sagt der Sportvorstand des VfB und legt dar, wie sich der VfB um seine ausgeliehenen Profis kümmert. Ein Mitarbeiter der Scoutingabteilung sammelt Daten und Eindrücke der Spieler und hält den Kontakt, in regelmäßigen Abständen informiert er über deren Entwicklung. Für Hans Nunoo Sarpei, der in der Slowakei aktiv ist, gibt es dort eine Kontaktperson, zudem sammelt Reschke selbst Eindrücke, indem er mit den Spielern, deren Trainern oder den Beratern spricht.

Mit Alexander Zorniger, dem Trainer von Bröndby IF, hat er sich kürzlich über Jan Kliment unterhalten, mit Friedhelm Funkel (Coach von Fortuna Düsseldorf) über Jean Zimmer, mit Tobias Werner (beim 1. FC Nürnberg) hatte er direkten Kontakt, in Salzburg hat er sich nach Jérôme Onguéné erkundigt. Dazu gibt es die nackten Zahlen, die weiteren Aufschluss geben. Ein Überblick:

Jérôme Onguéné: Der 19-jährige Franzose spielte in der österreichischen Bundesliga viermal, im Pokal zweimal für RB Salzburg. Das Team liegt auf Rang zwei und spielt in der Europa League. Hier stand der Innenverteidiger viermal im Kader, wurde aber nicht eingesetzt.

Jean Zimmer: Der 23-jährige Außenbahnspieler steht mit Fortuna Düsseldorf an der Spitze der zweiten Liga und hat von seinen elf Einsätzen zehn über die volle Distanz bestritten. Er erzielte ein Tor und bereitete drei Treffer vor.

Tobias Werner: Mit dem 1. FC Nürnberg steht der 32-Jährige in Liga zwei auf Rang vier. In sieben von neun möglichen Zweitligaspielen kam er zum Einsatz, spielte allerdings nie 90 Minuten durch. Zwei Treffer bereitete er vor.

Hans Nunoo Sarpei: Der Ghanaer (19) spielt für den slowakischen Erstligisten FK Senica. Er kommt auf neun Einsätze, fünfmal spielte der Mittelfeldmann durch. Für das Team läuft es allerdings nicht gut – es liegt auf dem letzten Platz.

Julian Green: Mit der SpVgg Greuther Fürth liegt der 22-jährige US-Boy auf dem vorletzten Platz der Zweitligatabelle. Fünf Partien hat er bestritten, zuletzt fehlte er wegen Schmerzen an den Adduktoren.

Jan Kliment: Der 24-jährige Stürmer aus Tschechien ist bereits in der zweiten Saison in Folge bei Bröndby IF in Dänemark am Ball. Das Team führt die Tabelle an, Kliment hat in 14 Spielen vier Tore erzielt und fünf vorbereitet.

Alle sechs Spieler haben eines gemein: Im Sommer 2018 endet ihre Ausleihe. Wie dann die Perspektiven sind, hängt von „unterschiedlichen Puzzleteilen“ (Reschke) ab. Der Club bewertet die eigene Kadersituation, bezieht geplante Neuverpflichtungen mit ein und analysiert die Entwicklung der Leihspieler. Zudem kann es sein, dass ein Verein den Profi gerne weiter ausleihen möchte – oder dass dem VfB ein Kaufangebot vorliegt. So ähnlich agieren wohl auch der VfL Wolfsburg, der FC Arsenal und Sporting Lissabon. Von diesen Clubs hat der VfB aktuell Josip Brekalo, Takuma Asano und Carlos Mané ausgeliehen.

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