Fast wie aus dem Nichts – der VfB Stuttgart wird 2007 Deutscher Fußball-Meister. Foto: dpa

Der VfB Stuttart trifft am Sonntag auf den FC Schalke 04. Ein Club ist Aufsteiger, der andere bestenfalls gehobenes Mittelmaß. Dabei kämpften die beiden Teams vor zehn Jahren noch um die Deutsche Fußball-Meisterschaft – mit einem glücklichen Ende für die Schwaben.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart trifft am dritten Spieltag auf Schalke 04 – da war doch was. Vor zehn Jahren kämpften die beiden Teams noch um die deutsche Meisterschaft, doch nun haben sich die Vorzeichen geändert. Stuttgart ist Aufsteiger und Schalke hat so seine Probleme, sich unter den Topmannschaften zu etablieren. Dabei waren die beiden Mannschaften vor zehn Jahren noch top.

Unvergessen: Der Titelgewinn des VfB Stuttgart im Jahr 2007 kam relativ überraschend und war einer famosen Aufholjagd der Stuttgarter mit acht Siegen im letzten Saisondrittel geschuldet. Das Team von Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt war neu zusammengestellt worden. Der jüngsten Mannschaft der Liga traute man bestenfalls einen Platz im Uefa-Cup zu.

Die Bayern schwächeln

Die Bayern schwächelten wie lange nicht mehr. Schalke 04 führte gegen Ende der Saison die Tabelle an, zwei Punkte hinter den Gelsenkirchenern lag Werder Bremen auf Rang zwei, Stuttgart folgte ebenfalls mit zwei Punkten Abstand. Da die Schwaben jedoch die letzten acht Saisonspiele für sich entscheiden konnten und die beiden Konkurrenten gegen Saisonende je zweimal patzten (Schalke unterlag auswärts in Bochum und Dortmund, Bremen verlor in Bielefeld und gegen Frankfurt), sicherte sich der VfB am 34. Spieltag durch ein 2:1 gegen Energie Cottbus dann doch noch seine fünfte Meisterschaft – sozusagen als lachender Dritter.

Unvergessen auch das: Perfekt gemacht hatte den Titel ja eigentlich Sami Khedira mit dem Treffer zum 2:1 in der 63. Minute gegen Cottbus. Das Tor zur Meisterschaft ist für viele Fans aber ein anderes gewesen – nämlich Thomas Hitzlspergers Volleykracher (27. Minute, der Ausgleich zum 1:1), der den Glauben zurückbrachte an das vor wenigen Wochen noch für unmöglich gehaltene Unterfangen, Meister zu werden – schließlich lag der VfB am 26. Spieltag mit strammen sieben Punkten so gut wie aussichtslos hinter Schalke zurück. Der Münchner Hitzelsperger, genannt „The Hammer“, wurde mit seinem Traumtor zur Stuttgarter Legende – und muss auch heute noch Auskunft geben über den perfekten Schuss vom 19. Mai 2007.

Der Jubel kannte keine Grenzen. Meister! Zum fünften Mal! Die Folge war ein imposanter Autokorso durch Stuttgart und ein grenzenloser Jubel in der Innenstadt. Wann gibt es in Stuttgart mal wieder so ein Fest? Gute Frage.

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