Jochen Röttgermann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim VfB Stuttgart, kann sich über einen Partner für eine neue Werbeform freuen. Foto: Pressefoto Baumann

Ab der im August startenden Bundesligasaison ist es den Vereinen möglich, eine sich auf dem linken Trikotärmel befindende Werbefläche selbst zu vermarkten. Dem VfB ist dies nun als einem der ersten Klubs gelungen.

Stuttgart - Sie ist 70 Quadratzentimeter groß, befindet sich auf dem linken Trikotärmel aller 36 Bundesligavereine und wird in der (Werbe-)Branche gemeinhin als „the next big thing“ angesehen – die ab dieser Saison für alle Klubs der ersten beiden Ligen für die Eigenvermarktung freigegebene Sponsorenfläche. Bislang war sie von der DFL vermarktet worden, der Dienstleister Hermes schlug 2013 für 8 Millionen Euro pro Jahr zu, die Vereine erhielten eine Ausschüttung im niedrigen sechsstelligen Bereich davon. Dieser Vertrag ist nun ausgelaufen. Die Bundesligavereine hoffen auf Mehreinnahmen in Millionenhöhe. Denn die Werbefläche wird als sehr wertig angesehen. Wie sonst nur dem Brustsponsor und dem Ausrüster soll es Unternehmen dadurch gelingen, besonders nah an Spieler, Mannschaft und damit auch an die Fans zu kommen.

Vermarktung läuft offenbar schleppender als gedacht

Doch die Vermarktung dieser Werbefläche ist offenbar gar nicht so einfach. Bisher gelang es nämlich nur zwei Bundesligisten, einen Sponsor dafür zu präsentieren. Und von einer Summe wie den 11,5 Millionen Euro jährlich, wie sie Manchester City von Reifenhersteller Nexen Tire erhält, können die deutschen Klubs nur träumen. Allenfalls der FC Bayern München hat eventuell die Möglichkeit, aufgrund seiner Popularität in ähnliche Sphären vorzustoßen. In der Bundesliga gelang es der TSG Hoffenheim als erstem Verein einen Ärmelsponsor zu gewinnen, das Direktvertriebsunternehmen Prowin. Über die Höhe der Erlössumme für die Kraichgauer ist nichts bekannt.

Wie sich der VfB weiteren finanziellen Spielraum verschafft hat.

Der FC Schalke 04 zog nach, präsentiert das Logo des Online-Marktplatzes Allyouneed, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post, ab der bald startenden Runde. Gut 5 Millionen Euro jährlich soll dies dem Werbetreibenden wert gewesen sein, wird kolportiert. Die Schalker das Ärmelsponsoring mit einer innovativen Idee verknüpft: In dem Logo des Werbepartners ist ein lesbarer und aufladbarer Chip integriert. Mit dem Trikot sind die Fans dann an den Arena-Kiosken in der Lage zu bezahlen.

VfB weitet Partnerschaft mit Gazi aus

Nun ist es auch dem VfB als drittem Bundesligisten gelungen, einen Ärmelsponsor zu finden – die Garmo AG mit der Marke Gazi. Der „europäischer Marktführer mediterraner Milchprodukte“, wie es in der Vereinsmitteilung heißt, war früher bereits einmal Brustsponsor und auch durch Geschäftsführer Dr. Eduardo Garcia im Aufsichtsrat vertreten. Gazi ist bislang sogenannter Teampartner beim VfB, steigt nun zum Premium Partner auf. „Wir freuen uns sehr, nun wieder auf dem Trikot des VfB vertreten zu sein“, wird Garcia zitiert.

So haben sich die Trikots des VfB über die Jahre verändert.

Der neu geschlossene Vertrag enthält zudem ein „umfangreiches Werbepaket mit unterschiedlichen Werbeplattformen“ sowie eine Ausweitung der „Aktivitäten im Bereich Hospitality sowie Promotions“. Nach Informationen unserer Redaktion ist er für ein Jahr mit Option auf Verlängerung für den Partner geschlossen worden und bringt dem VfB Stuttgart eine Summe im unteren siebenstelligen Bereich ein.

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