Trainingsauftakt im Foto: Pressefoto Baumann

Im Transferpoker um neue Stars lässt sich der VfB nicht in die Karten blicken. Anders ein 15-jähriges Talent vom FC Barcelona, das seinen Wechsel nach Stuttgart niemandem vorenthalten will – und damit den Verein verärgert.

Mayrhofen - Als der Mannschaftsbus am frühen Nachmittag nach knapp fünfstündiger Fahrt vor dem Hotel in Mayrhofen vorfuhr, war die Spannung groß. Steigt der lang­ersehnte Neuzugang mit aus dem Bus? Doch schnell war klar: Alles bekannte Gesichter. Der versprochene Kracher, auf den die VfB-Fans seit Wochen warten wie kleine Kinder auf den Weihnachtsmann, war nicht mit an Bord.

Vielleicht war er am Abend aber zumindest in Stuttgart. So jedenfalls lautete am Donnerstag das heißeste Gerücht um den Mexikaner Marco Fabian. Sportdirektor Jochen Schneider, der nicht mit ins Zillertal gereist war, deutete zumindest an, dass sich in den kommenden Tagen „was tun könnte“. Den Namen Fabian nannte er freilich nicht. Der Offensivallrounder spielt derzeit noch in seiner Heimat bei Cruz Azul. Er könnte auf dem linken Flügel spielen, wo die Roten nach dem Abgang von Ibrahima Traoré zu Mönchengladbach den größten Bedarf haben.

Der 25-Jährige kam für Mexiko bei der WM in Brasilien dreimal zum Einsatz, wurde in allen drei Gruppenspielen eingewechselt. Er absolvierte insgesamt 16 Länderspiele für Mexiko und erzielte dabei fünf Tore. Groß wurde Fabian bei Deportivo Guadalajara, wo er es in 193 Einsätzen auf 46 Tore brachte. Für Cruz Azul, wohin er ausgeliehen ist, spielte Fabian bislang nur neunmal. Sein Vertrag läuft noch bis 2015, der VfB müsste also Ablöse bezahlen. US-Medien berichteten, Cruz Azul habe das erste Angebot aus Stuttgart abgelehnt, aber das könnte Teil des Pokers sein.

Fabian wäre die Alternative zu Filip Kostic. Der Serbe vom FC Groningen ist dem VfB offenbar zu teuer geworden. Die Niederländer beharren auf einer Ablöse in Höhe von sechs Millionen Euro. Mehr als fünf Millionen kann und will der VfB aber nicht ausgeben – für alle Neuzugänge wohlgemerkt.

Bei Georgios Spanoudakis sind die Stuttgarter einen Schritt weiter. Der Mittelfeldspieler vom FC Barcelona hat auf seiner Facebook-Seite seinen Wechsel an den Neckar bereits verkündet. Dort posierte der Deutsch-Grieche aus Rüsselsheim am Donnerstag bereits im VfB-Trikot. Problem: Bei dem Jungen handelt es sich um einen 15-Jährigen, der erst einmal für die U-17-Mannschaft vorgesehen ist. Er gilt aber als Riesentalent, an dem auch der FC Arsenal interessiert war. Dass Spanoudakis seinen bevorstehenden Wechsel vor allen anderen in die Welt setzte, gefiel den VfB-Verantwortlichen gar nicht. Jochen Schneider sprach von „den Tücken des Internets“ und von „jugendlichem Leichtsinn“. Offiziell verhandeln die Stuttgarter mit dem FC Barcelona noch.

Zur ersten Trainingseinheit am Abend war dann auch Sportdirektor Fredi Bobic im Zillertal eingetroffen. Ebenfalls ohne Neuzugang – aber immerhin mit einem verheißungsvollen Lächeln im Gesicht. Anders als im Konditionstrainingslager vor drei Wochen in Schruns, wo der Hund begraben lag, ist in dem Partyort im Zillertal richtig was los. Partys will Trainer Armin Veh mit seinen Spielern allerdings keine veranstalten, eher das Gegenteil. Er will die Mannschaft fit machen für den Pflichtspielauftakt am 16. August im DFB-Pokal beim VfL Bochum. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Die bisherigen Auftritte in den Testspielen, zuletzt gegen den FC Getafe, waren eher durchwachsen. Veh hat anklingen lassen, dass mit dem Kader keine großen Sprünge zu erwarten sind und er sich noch den ein oder anderen Neuzugang erhofft. Vielleicht kann ihm die Vereinsführung diesen Wunsch ja in den kommenden Tagen erfüllen.

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