Außer Gefecht: VfB-Stürmer Daniel Ginczek Foto: Baumann

Nach dem Ausfall von Daniel Ginczek springen die Sturmtalente Timo Werner und Jan Kliment beim 2:2 gegen die TSG Hoffenheim in die Bresche – auch mittelfristig?

Sinsheim - Am Ende staunte Alexander Zorniger über sich selbst am meisten. Schon nach einer Stunde hatte der VfB-Trainer beim 2:2 gegen die TSG Hoffenheim sein Wechselkontingent aufgebraucht – und zwar auf einmal. Ein „Wahnsinnswechsel“ sei das gewesen, als er in der 62. Minute in Jan Kliment, Arianit Ferati und Daniel Schwaab gleich drei neue Spieler brachte. „Ich hatte das Gefühl, dass ich einen Impuls setzen muss“, sagte der Coach, „ich musste etwas Blödes machen, und mir ist nichts anderes eingefallen, als einen 18-Jährigen zu bringen – und Kliment.“ Der 18-Jährige war Ferati, der den Treffer von Timo Werner (19) zum 2:2 vorbereitete, Jan Kliment (22) hatte das 1:1 erzielt. Die Jung-Stürmer machten also auf sich aufmerksam. Was Mut macht für die kommenden Wochen, in denen der gesetzte Angreifer Daniel Ginczek ausfallen wird. Für ihn müssen andere einspringen. Timo Werner eben. Und Jan Kliment.

Die Ausfälle von Christian Gentner und Filip Kostic waren nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen. Umso härter traf sie die Verletzung von Ginczek. „Das war ein Schock, den man der Mannschaft angemerkt hat“, sagte Alexander Zorniger über den Bandscheibenvorfall des mit drei Toren bisher treffsichersten VfB-Stürmers.

In diesem Jahr wird Ginczek nicht mehr zum Einsatz kommen, hieß es zunächst von VfB-Seite. Insgeheim hoffen die Strategen aber, dass eine konservative Behandlung anschlägt und dem Stürmer eine Operation erspart bleibt, dann könnte er doch noch vor Weihnachten wieder auf Torejagd gehen. „Unsere Mediziner werden andere Ärzte konsultieren, aber entscheiden muss es letztendlich der Spieler, ob er sich operieren lässt oder nicht“, sagte Alexander Zorniger.

Robbie Kruse soll bald zurückkehren

So oder so: Bis auf weiteres sind Ginczeks Sturmkollegen gefordert. Da kommt es gelegen, dass Timo Werner nach monatelanger Stagnation endlich aufsteigende Form zeigt und seinem Treffer in Hannover gleich ein zweites Tor folgen ließ. Und dass Kliment keine Minute nach seiner Einwechslung ebenfalls traf. In Ermangelung von Einsatzzeiten konnte er seine Torjäger-Qualitäten bisher beim VfB ja kaum nachweisen – ganz im Gegensatz zur tschechischen U-21-Auswahl, für die er bei der Europameisterschaft im Sommer dreimal getroffen hatte und damit Torschützenkönig geworden war.

Jetzt ist erst einmal Länderspielpause, und danach soll, wenn alles gut geht, ein weiterer Angreifer zurückkehren. Neuzugang Robbie Kruse, der an diesem Montag seinen 27. Geburtstag feiert, laboriert noch an einem Muskelfaserriss in der rechten Wade. Vier Wochen werde er ausfallen, hieß es Mitte September. Vier Wochen – das wäre passend zum Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am 18. Oktober.

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