Der VfB Stuttgart unterlag dem FC Bayern knapp mit 0:1. Foto: Pressefoto Baumann

Nach der bitteren Niederlage gegen den FC Bayern München kann der VfB Stuttgart zumindest auf seine gute Leistung aufbauen. Gegen die Bayern mangelte es den Schwaben vor allem an Abgeklärtheit.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart beendet die Hinrunde der Bundesliga mit einer bitteren Niederlage, aber auch mit einer guten Leistung. Letzteres gibt Hoffnung auf eine stabilere Rückrunde – ist aber keine Garantie.

Spielidee: Hannes Wolf änderte nichts an der zur Gewohnheit gewordenen Grundordnung seiner Mannschaft, die wieder in einem 3-4-2-1-System antrat. Vor allem aber stattete er sein Team mit einer gehörigen Portion Mut aus. Anders als andere Gegner des FC Bayern (4-1-4-1-System) konzentrierte sich der VfB nicht nur auf die Defensive. Simon Terodde, der als einzige echte Spitze mal wieder von Beginn an ran durfte, zeigte sich verbessert. Vor allem im Zusammenspiel mit Chadrac Akolo hatte er bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung einige gute Aktionen.

Spielentscheidend: Der VfB war aggressiv, aber nicht unfair. Er war lauffreudig, ohne im Kreis zu laufen. Und er so stabil in der Defensive, wie das gegen den FC Bayern eben möglich ist. Große Torchancen hatte der Rekordmeister nicht allzu viele. Was der VfB nicht war: abgeklärt. Sonst hätte er sich schon zu Beginn, vor allem aber am Ende mit einem Punkt belohnt. Chadrac Akolo vergab in der Anfangsphase zwei Möglichkeiten – und scheiterte in der Nachspielzeit vom Elfmeterpunkt. „Er hat Verantwortung übernommen, dann kann das passieren“, sagte Trainer Hannes Wolf, „wir machen ihm keinen Vorwurf.“ Holger Badstuber dagegen ärgerte sich, dass nicht ein älterer Spieler diesen Druck auf sich genommen hatte: „Da mache ich mir auch selbst einen Vorwurf.“

Spielentscheider: Thomas Müller hatte in den vergangenen eineinhalb Jahren sicher nicht die beste Zeit seiner Karriere. Am Samstag gegen den VfB reichte dem Nationalspieler aber ein typischer Müller-Moment, um den Bayern-Sieg perfekt zu machen. Wenige Minuten nach seiner Einwechslung bewies er wieder seinen Instinkt für die freien Räume – und entzog sich so für einen Moment der Stuttgarter Bewachung. Das reichte. Müller nutzte den Freiraum und schloss kaltschnäuzig ab.

Wortspiel: „Ich schaue nicht nach unten. Nie.“Sagte Holger Badstuber und verließ am Samstagabend die Mercedes-Benz-Arena. Was der Abwehrspieler des VfB damit meinte: Er orientiert sich an den Chance, die sich der Mannschaft bieten, blickt nicht bibbernd in Richtung Tabellenende. Doch auch der Ex-Münchner weiß, dass sich sein Team in der Rückrunde noch einmal steigern muss: „Uns fehlen Tore. Wir hatten jetzt eine Entwicklungsphase, jetzt brauchen wir Stabilität.“ Bei sich selbst, aber auch beim Team sieht er „Luft nach oben“.

Spielplan: Die Hinrunde der Bundesliga ist zu Ende für den VfB – das Fußballjahr aber noch nicht. Am Dienstag (18.30 Uhr) in Mainz geht es im DFB-Pokal um den Einzug ins Viertelfinale. „Wir wollen weiterkommen“, sagt Trainer Hannes Wolf. Und das Team will mit einem guten Gefühl in die kurze Winterpause gehen. „Das würde den Jungs Selbstvertrauen geben“, sagt Sportvorstand Michael Reschke, der wie alle Stuttgarter mit den erreichten 17 Punkten nicht wirklich zufrieden ist. Wolf sagt: „Wir sind in einer schwierigen, aber lösbaren Situation.“ Die Bundesliga-Rückrunde beginnt für den VfB am 13. Januar (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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