Der 20-jährige VfB-Fan Emre Karavil trifft Luhukay, der es zwar eilig hat, sich aber dennoch die Zeit für ein Fan-Foto nimmt. Foto: Emre Karavil

Sein Rücktritt war von offizieller Seite noch nicht bestätigt, da eilte Jos Luhukay schon mit Rollkoffer und Sporttasche in Richtung Stuttgarter Hauptbahnhof. Ein 20-jähriger VfB-Fan erkannte ihn und sprach ihn auf das Gerücht an.

Stuttgart - Emre Karavil ist Angestellter in einem Fahrradgeschäft an der Lautenschlager Straße. Am Donnerstagmittag steht er gerade mit einem Kunden vor dem Laden in der Stuttgarter Innenstadt und pumpt ihm die Fahrradreifen auf, als er plötzlich VfB-Trainer Jos Luhukay entdeckt.

Mit einem Rollkoffer und einer kleinen Sporttasche im Gepäck eilt dieser gegen 13.10 Uhr auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Stuttgarter Hauptbahnhof. Zu diesem Zeitpunkt war es von offizieller Seite noch nicht bestätigt, doch die ersten Medien hatten bereits darüber berichtet: Luhukay war als Trainer des VfB Stuttgart überraschend zurückgetreten.

Karavil, ein großer Fan des VfB Stuttgarts, Dauerkarten-Besitzer und immer in der Cannstatter Kurve mit dabei fackelt nicht lange, rennt über die Straße und spricht Luhukay an: „Ich habe ihn mit ‚Hallo Herr Luhukay‘ angesprochen und natürlich sofort gefragt, ob es stimmt, dass er den VfB verlässt“, erzählt der 20-Jährige. Mit einem klaren "Ja" oder "Nein" habe der Niederländer zwar nicht geantwortet, er habe aber genickt und leicht gegrinst.

Obwohl es Luhukay offensichtlich eilig hatte, nahm er sich die Zeit, um mit dem 20-jährigen Fan ein Foto zu schießen. „Er war ganz lässig, obwohl er es eilig hatte und offenbar zum Zug musste. Ich habe ihm dann noch alles Gute gewünscht und gesehen, wie er in den Hauptbahnhof hinein gelaufen ist“, erzählt Karavil, der in seiner Jugend mit dem ehemaligen VfB-Spieler Timo Werner trainierte.

Ob er traurig ist über den schnellen und etwas unerwarteten Abgang des VfB-Trainers? „Es ist schwer zu sagen, ob das die richtige Entscheidung war. Einerseits kam das jetzt doch sehr plötzlich, da die Saison erst vor drei Wochen begonnen hat, andererseits fand ich das 2:1 gegen Heidenheim vor heimischer Kulisse schon sehr bitter.“ Ein neuer Trainer, so der gebürtige Stuttgarter, bringe vielleicht frischen Wind in die Mannschaft - auch wenn diese Hoffnung beim VfB keine Neue zu sein scheint.

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