Die Landtagsabgeordneten Jonas Weber und Nicolas Fink am Rednerpult. Foto: SPD Fraktion BW

Bürger können die aktuellen Sitzungen des Landtags in Stuttgart im Livestream mitverfolgen, die Namen der jeweiligen Redner werden eingeblendet. Dabei kam es zu einem kuriosen Zwischenfall.

Stuttgart - Hoppla, wer spricht denn da im Landtag? Bei 143 Abgeordneten im Landesparlament, davon 19 von der SPD, kann es schon mal zu Verwechslungen kommen. So geschehen ist das ausgerechnet in der 100. Sitzung des Landtags in Stuttgart: Ans Rednerpult trat Nicolas Fink von der SPD, er wollte zum Tagesordnungspunkt fünf „Gesetz zur Stärkung der Mitwirkung des Landtags in EU-Angelegenheiten“ sprechen. Als Service für die Bürger und um das Arbeiten im Plenum transparent zu machen, überträgt die Landtagsverwaltung die aktuellen Debatten stets live im Internet auf der Seite des Landtags. Der jeweilige Sprecher bekommt – ähnlich wie bei den Tagesthemen – eine Bauchbinde mit dem Namen verpasst, die unten am Bildschirmrand eingeblendet wird.

Aufklärung im Netz

Doch statt Nicolas Fink, stand dort am vergangenen Mittwoch der Name eines anderen Genossen. „Ich fand es nicht schlimm, dass statt meines Namens der des sehr geschätzten Kollegen Jonas Weber angezeigt wurde“, sagt Fink, der Abgeordneter aus dem Kreis Esslingen ist. „Immerhin die Partei hat gestimmt.“ Die beiden jungen Volksvertreter nahmen es mit Humor, luden in den sozialen Netzwerken eine kurze Erklärungs-Bildfolge hoch.

Wie es zu dem Zwischenfall kam, erklärt Landtagssprecher Marco Piljic: „Die Bauchbinden werden per Knopfdruck von Mitarbeitern der Landtagsverwaltung hinzugefügt.“ Offensichtlich hat jemand die beiden Zweitkandidaten, die erst vor einem knappen Jahr ins Parlament nachgerückt sind, noch nicht abgespeichert gehabt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, meint Fink: „Wenn Jonas und ich erst einmal viele Jahre im Landtag mitwirken, merken sie sich, welches Gesicht zu welchem Namen gehört.“

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Zwischen 174 und 401 Zuschauer greifen an den Sitzungstagen auf die Live-Übertragung zu, machen sich durch die Redebeiträge ein Bild von ihrem Wahlkreisvertreter. „Solche Malheurs kommen ganz selten vor“, versichert der Landtagssprecher.

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