Bleibt bei seinem Nein zur Vermögensteuer: Winfried Kretschmann. Foto: dpa

Mit seinem Nein zur Vermögensteuer sorgt Ministerpräsident Kretschmann innerparteilich für Ärger. Denn die baden-württembergische Grüne Jugend steht solchen Plänen offen gegenenüber.

Stuttgart - Anders als Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kann sich die baden-württembergische Grüne Jugend eine Vermögensteuer gut vorstellen. Sprecherin Lena Schwelling teilte auf Anfrage mit: „Als Grüne Jugend Baden-Württemberg sehen wir es mit großer Sorge, dass sich relevante gesellschaftliche Gruppen zunehmend aus der Solidargemeinschaft verabschieden. Es gibt extremen Reichtum bei sehr wenigen und extreme Armutsgefahr bei sehr vielen.“

Eine Vermögensteuer könne den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Schere zwischen Arm und Reich verkleinern. „Klar ist aber auch, dass Steuergerechtigkeit weder bei der Vermögenssteuer beginnt noch endet und sie kein Allheilmittel ist“, sagte Schwelling.

Kretschmann lehnt Vermögensteuerpläne ab

Hingegen lehnt Kretschmann Vermögensteuerpläne klar ab. Baden-Württembergische Grünen-Politiker, die dem realpolitischen Flügel angehören, wollen auf dem Bundesparteitag Mitte November in Münster einen Antrag einbringen, der sich gegen Bestrebungen in der Partei wendet, eine Vermögensteuer einzuführen. Der Antrag steht in Konkurrenz zu einem flügelübergreifenden Kompromiss der grünen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, der vorsieht, die Erbschaftsteuer in der jetzt ausgehandelten Form zu akzeptieren, im Gegenzug aber eine Vermögensteuer einzuführen.

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