Die Sanierung des Schwanenplatztunnels zwischen der Innenstadt und Bad Cannstatt soll in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die zur Ferienzeit eingeplanten Baustellen im Stuttgarter Straßen- und Schienennetz werden jetzt planmäßig fertiggestellt. Doch die nächsten warten schon.

Stuttgart - Wer meint, in den Ferienwochen seien die Straßen in der Stadt frei gewesen für ein zügiges Fahren, der kommt zumindest nicht aus Stuttgart. Traditionell gibt es gerade im August und im September sehr viele Baustellen im Stadtgebiet.

Schwieriges wird in den Ferien erledigt

Die Ansage vom Amt ist da klar: „Wir müssen die Zeit in den Ferienwochen eben optimal nutzen, wenn generell zehn bis 20 Prozent weniger Verkehr in der Stadt ist. Da greifen wir dann gerne auch schwierigere Dinge an. Das geht dann eben auch in den Ferien nicht ohne Staus und Umleitungen ab“, so der Leiter der Bauabteilung Mitte/Nord beim Tiefbauamt, Jürgen Mutz. An etwa 25 Stellen in der Stadt wurde und wird noch in diesen Sommerferien gebuddelt. Die Dauerbaustellen rund um das Projekt Stuttgart 21 sind da nicht eingerechnet.

Verkehrskreise Österreichischer Platz

Einer der sommerlichen Verkehrsbrennpunkte war die Sanierung des Verkehrskreisels Österreichischer Platz. Die Sanierung dieses Bauwerks aus den 50ern mit seiner komplexen Verkehrsführung machte entsprechend komplexe Umleitungen und Sperrungen nötig. Da die Arbeiten dort so umfangreich sind, werden sie auch im nächsten Jahr fortgesetzt. Aber die Arbeiten, die sich das Tiefbauamt für diese Ferienwochen vorgenommen hat, die sind auch bis zum Schulbeginn nächste Woche abgeschlossen.

Als wäre die Situation am Österreichischen Platz nicht schon brenzlig genug, wurde sie im Juni außerhalb jeglicher Planung noch verschärft durch einen Unfall mit einem Gefahrguttransporter, der auf der Hauptstätter Straße seine Ladung verloren hat. Das ausgelaufene Lösungsmittel war für den Menschen wohl unschädlich, aber nicht für den Asphalt der Bundesstraße. Der zerbröselte auf einer Länge von etwa 300 Metern. Das Resultat: weitere Sperrungen und Umleitungen gleich neben dem Österreichischen Platz.

Nach dem Wasserrohrbruch

Ebenfalls nicht eingeplant war der Wasserrohrbruch in der Stadtmitte in der Hohenheimer Straße auf Höhe der Dobelstraße. Auch da waren Belagsarbeiten notwendig und damit die Sperrung der vertrauten Strecke in die City. Aber diese Baustelle ist inzwischen abgeschlossen.

Nur gut, dass die Belagsarbeiten in den engen Kurven bei der Bopseranlage im Übergang von Hohenheimer Straße und Neuer Weinsteige da schon abgeschlossen waren. Hier am Abzweig in die Bopserwaldstraße gibt es künftig eine Ampel.

Zu Fuß über die B 14

Eine Baustelle, die noch bis Ende dieses Monats dauert, ist der Fußweg über die Konrad-Adenauer-Straße bei der Ulrichstraße. Mutz: „Jetzt werden die Bordsteine angebracht und die Aufenthaltsflächen für die Fußgänger. Dann kommt der neue Belag. Das wird bis Ende September dauern. Danach kommen die Ampeln.“

Ebenfalls über die Ferien hinaus andauern werden die Arbeiten am Schwanenplatztunnel zwischen der Innenstadt und Bad Cannstatt. „Die gehen noch bis Ende September, Anfang Oktober. Aber da sind wir im Zeitplan“, so Mutz. Dort wird das komplette Bauwerk bis auf den Grund saniert, eine der beiden Röhren war schon im vergangenen Jahr dran.

Deshalb geht es aber nicht baustellenfrei in den Herbst und Winter. „Eine große Baumaßnahme unmittelbar nach den Ferien ist die Sanierung der Stresemannstraße am Killesberg“, so Mutz, „das wird bis zum nächsten Frühjahr dauern.“ Allerdings sei die Straße sehr breit, deshalb könne dort der Verkehr wie gewohnt weiter fließen. Weitere angekündigte Maßnahmen sind die Sanierung vom Roten Stich am Burgholzhof und ein Radfahrstreifen auf der Solitudestraße.

Das wird die Autofahrer weniger stören: die Sanierung der Treppen am Erbenolweg im Norden sowie weitere Sicherheitspoller im Bereich Königstraße und Karlsplatz. „Bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts sollen die fertig sein“, verspricht Mutz.

Eine Baustelle der anderen Art sind für Mutz die Beratungen für den anstehenden Doppelhaushalt der Stadt. Da hofft er auf einen Nachschlag von vier Millionen Euro für sein Amt, das dann einen Etat von 18 Millionen Euro hätte. Denn der Sanierungsbedarf an den maroden Stuttgarter Straßen bleibt auch in den nächsten Jahren noch sehr hoch.

Sanierung der Gleise und Oberleitungen

Auch bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) wurde investiert und erneuert: etwa die Oberleitungen zwischen Friedrichswahl und Kelterplatz. Hier herrscht wieder Normalbetrieb. An der Rosenberg-/Seidenstraße war für den Bus der Linie 42 die Überfahrt über die Gleise gesperrt, der Bus wurde umgeleitet. Dies konnte eine Woche früher als eingeplant beendet werden. Und am Wilhelmsplatz Bad Cannstatt wurden zunächst die Einstiegsflächen der Busse neu gestaltet. Danach wurden die Weichen für die Stadtbahnen erneuert. Auch diese Arbeiten sind mittlerweile fertiggestellt.

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