Für Busse, die in Ludwigsburg in Richtung Innenstadt unterwegs sind, soll es künftig flotter voran gehen (Symbolbild). Foto: factum/Weise/Simon Granville/factum

In Ludwigsburg werden neue Spuren für Busse eingerichtet, die auch Radfahrer nutzen können – fast allen im Gemeinderat gefällt das. Dass so große Einmütigkeit herrscht, hat einen Grund.

Ludwigsburg - So einmütig verlaufen Diskussionen in Ludwigsburg selten, schon gar nicht, wenn es um Verkehr geht. Doch die Einrichtung zweier neuer Spuren in der Stadt, die Bussen und Radfahrern vorbehalten sind, finden fast alle Fraktionen gut. „Natürlich sprechen wir uns grundsätzlich dafür aus“, sagte Silke Gericke von den Grünen. „Wir begrüßen die Lösungen“, sagte Armin Klotz von der CDU. Andreas Rothacker von den Freien Wählern ließ sich zu einem freudigen „Halleluja“ hinreißen. Nathanael Maier von der SPD ist „froh, dass es vorangeht“. Und der Linke Jürgen Müller hofft, dass der ÖPNV dadurch pünktlicher wird.

Einfach Trasse markieren und fertig

Die große Einmütigkeit dürfte vor allem damit zu tun haben, dass die neuen Spuren relativ unkompliziert eingerichtet werden können: Keine Parkplätze müssen weichen, keine Bäume fallen. Einfach einzeichnen – und Busse und Radler haben freie Bahn. Auf knapp 1,3 Kilometer bringen es die neuen Strecken, die Bus-Rad-Trassen sind, abgekürzt: BRT.

Eine Spur verläuft stadteinwärts auf der Schorndorfer Straße. Sie beginnt an der Hartenecker Straße und endet am Haupteingang des Blühenden Barocks. Bis Anfang April soll der rechte Fahrstreifen für Autos wegfallen – und eine „spürbare Verbesserung“ für Buslinien in Richtung Innenstadt bringen. Auf dem fraglichen Abschnitt verkehren nach Angaben der Stadtverwaltung zu Hauptverkehrszeiten bis zu 23 Busse pro Stunde. Grundstücke und Stellplätze jenseits der Spur dürfen die Trasse kreuzen, Rechtsabbieger auch.

Die FDP ist skeptisch

Die zweite Spur in der Schlossstraße wird voraussichtlich Ende April eingerichtet. Sie beginnt an der Einmündung von der Marbacher Straße und endet an der Sternkreuzung. Dort verkehren in Spitzenzeiten bis zu 20 Busse pro Stunde, viele Verspätungen fährt das Busunternehmen LVL hier ein – das sich über die Neuerungen denn auch sehr freut. „Wir können das alles nur befürworten“, versicherte Frank Metzger in der Sitzung des Mobilitätsausschusses – und entkräftete zugleich Bedenken von Stefanie Knecht, deren FDP als einzige Fraktion nicht angetan ist von den neuen Spuren.

Sie bezweifelt, dass die Busse in der Schorndorfer Straße tatsächlich schneller sind, wenn sie Radlern hinterherfahren müssen. Laut Metzger jedoch sind auf der Strecke wenige Radler unterwegs, und falls doch, können sie überholt werden.

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