Die Stadt Esslingen will die Bedingungen für Fahrradfahrer verbessern. Foto: picture alliance /dpa/Daniel Bockwoldt

Die Stadt Esslingen will den Autoverkehr zurückdrängen. Im Frühjahr soll es dazu ein Konzept geben.

Esslingen - Die Stadt Esslingen arbeitet an einem Mobilitätskonzept. Wie aus der Verwaltung zu erfahren war, soll das Konzept mit dem Arbeitstitel „Gemeinsam unterwegs“ bis Ende März stehen. Im zweiten Quartal des Jahres, also ab März, sollen schon die ersten Projekte umgesetzt werden. Eine Präsentation, die den Gemeinderäten Ende des vergangenen Jahres vorgelegt wurde, zeigt, dass es vor allem darum geht, den Anteil jener Verkehrsteilnehmer zu vergrößern, die mit dem Nahverkehr und dem Fahrrad unterwegs sind. Deutlich verringern soll sich der Autoverkehr.

Der Autoanteil überwiegt

Dazu gibt es auch Zahlen: Zurzeit werden in Esslingen der Präsentation zufolge 54 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt, 24 Prozent zu Fuß, 15 Prozent mit Bus oder Bahn und sieben Prozent mit dem Fahrrad. Bis 2027 soll sich das ändern: 40 Prozent der Wege sollen dann nach den Vorstellungen der Verkehrsplaner mit dem Auto erledigt werden. Der Anteil der Fußgängerstrecke bliebe zwar etwa gleich, doch die Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, würde auf 20 Prozent steigen – also auf ein Drittel mehr. Die Strecke der Fahrradfahrer würde sich verdoppeln: Bis 2027 sollen 15 Prozent der Wege auf zwei Rädern zurückgelegt werden.

Diese Zahlen stammen aus dem November des vergangenen Jahres, als die zweite Welle der Corona-Pandemie bereits anschwoll. Ob und inwiefern dies auf das Straßenverkehrsverhalten der Menschen Einfluss haben wird, wird möglicherweise das angekündigte Konzept zeigen. Im Vergleich zu bundesweiten Zahlen – die jüngste Erhebung stammt aus dem Jahr 2017 – sind in Esslingen weniger Autofahrer, aber auch weniger Fahrräder unterwegs. Stattdessen wir der öffentliche Nahverkehr stärker genutzt.

OB Zieger: Erstes Ziel erreicht

Generell gilt die Regel unter Verkehrsplanern: Je größer die Stadt, umso höher der Anteil derer, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Je kleiner die Stadt, umso höher die Anzahl der Haushalte, die ein Auto benutzen.

Die Art der Mobilität steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Die Stadt hatte sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen, gemessen am Jahr 2007, bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu reduzieren. Oberbürgermeister Jürgen Zieger (SPD) geht davon aus, dass das Ziel erreicht wurde. Mit Zahlen, die dies belegen, sei im Frühjahr zu rechnen. Dann soll auch ein weiteres „ambitioniertes“ Klimaschutzprojekt vorgelegt werden.

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