Pendler wissen: Zwischen Aichtal und Bonlanden kommt es auf der B 27 in Fahrtrichtung Stuttgart morgens oft zu Staus. Foto: Krämer

Unabhängig von der beschossenen Verbreiterung der Bundesstraße auf der Filderebene ist zwischen Aichtal und Bonlanden eine dritte Spur geplant. Der Baustart verzögert sich nun leicht, der Grund ist die Goldammer.

Filder - Für Pendler auf der B 27 ist sie ein Hoffnungsschimmer: eine sogenannte Verflechtungsspur zwischen den Anschlussstellen Aichtal und Bonlanden. Dort ist geplant, in Fahrtrichtung Stuttgart eine Einfädelspur zu bauen, der Standstreifen würde dann auf diesem Teilstück wegfallen. Angekündigt wurde das Vorhaben bereits im April dieses Jahres. Der zusätzliche Fahrstreifen soll die Bundesstraße entlasten, denn gerade auf dieser Höhe kommt es morgens zur Stoßzeit verlässlich zu Staus.

Dass sich in dieser Sache nun etwas tut, zeigte sich vor Kurzem im Verwaltungsausschuss des Filderstädter Gemeinderats. Der Oberbürgermeister Christoph Traub hatte sich zunächst ratlos gezeigt ob der Nachricht, die Stadt solle danach schauen, dass Grundstücke, die sich dort an der B 27 befinden, geräumt werden; so hatte es das Regierungspräsidium (RP) der Stadtverwaltung mitgeteilt, wie der OB berichtet hatte. Diese Informationen waren Traub allerdings zu dürftig. Auf Nachfrage wurde dann vom RP mitgeteilt, dass man zurzeit im Planungsstadium für den Bau eben jener längeren Einfädelspur sei. Das Projekt ist unabhängig von der beschlossenen Verbreiterung der Bundesstraße auf den Fildern; bis diese kommt, wird es noch dauern.

Die Kreisstraße müsse an ein paar Tagen halbseitig gesperrt werden

Damit der Untergrund für die geplante Zusatzspur untersucht werden kann, muss nun auch ein Weg, auf dem offenbar Mist lagert, frei gemacht werden. Die Bodenuntersuchungen würden von den anliegenden Grundstücken aus erfolgen – also jenseits der B 27. Durch diese Vorgehensweise werde der Verkehr auf der Bundesstraße möglichst wenig gestört, so das RP. Auf Nachfrage präzisiert die Behörde, dass sie während der Voruntersuchungen von keinen Verkehrsbehinderungen für Autofahrer ausgeht. Bevor die tatsächlichen Bauarbeiten losgehen würden, müsse zudem noch der Asphaltaufbau des Standstreifens untersucht werden. Dafür müsse der Standstreifen „kurzzeitig in der verkehrsärmeren Zeit voraussichtlich zwischen 9 und 15.30 Uhr“ gesperrt werden. Die Kreisstraße 1223, die parallel zur Bundesstraße verläuft, müsse voraussichtlich an zwei bis drei Tagen im Bereich der Unterführung unter der Bundesstraße halbseitig gesperrt werden.

Die Voruntersuchungen sind für Januar 2020 geplant, teilt das RP mit. Der Bau der Verflechtungsspur wird sich – gemessen an der ursprünglichen Ankündigung – leicht verschieben. Im April war die Rede von 2020, es wird aber eher Ende 2020, Anfang 2021. Grund für die Verzögerung ist die Goldammer. Denn in der Zwischenzeit habe sich gezeigt, dass die Vogelart in der Böschung an der Bundesstraße lebe. Bevor die Büsche entfernt werden, müssen laut RP „alternative Lebensräume“ für die Goldammer geschaffen werden.

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