Es gibt keine Jobs auf einem toten Planeten: Schüler in Brisbane im Klimastreik Foto: dpa/Dan Peled

Die große Koalition verhandelt nach einer langen Nachtsitzung weiter über ein Klimaschutzpaket. Bis Freitagmittag soll der Knoten platzen. In Australien hat derweil der globale Klimastreik begonnen.

Berlin - Bei den Verhandlungen der großen Koalition über ein Klimaschutzpaket zeichnet sich auch nach einer Nachtsitzung keine rasche Einigung ab. Die Gespräche dauerten am Freitagmorgen noch an. In Koalitionskreisen hieß es, dass die Sitzung des Klimakabinetts von 11 Uhr auf 13 Uhr verschoben werde. Eine Presseunterrichtung sei für 14.30 Uhr geplant.

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD beraten seit Donnerstagabend im Kanzleramt über ein Maßnahmenbündel, das den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) deutlich verringern soll. In Koalitionskreisen hieß es am Morgen, bei den Verhandlungen herrsche eine konstruktive Atmosphäre. Über Details wurde zunächst allerdings nichts bekannt.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zeigte sich zuversichtlich, dass die große Koalition das Klimaschutzpaket auf den Weg bringt. „Es kann uns heute der große Wurf gelingen. Da bin ich optimistisch“, sagt Klingbeil im Deutschlandfunk. Dass die am Vorabend begonnenen Gespräche am Freitagmorgen immer noch andauerten sei nicht problematisch. Schließlich seien es schwierige Entscheidungen und am Ende solle es ein Gesamtpaket geben, dass für die große Koalition stehe. Auch Unionsfraktionsvize Andreas Jung zeigte sich optimistisch. „Die Verhandlungen sind auf der Zielgerade“, sagte er im „Morgenmagazin“ der ARD.

Globaler Klimastreik startet in Australien

Einer der Hauptstreitpunkte ist, in welcher Form ein CO2-Preis für die Bereiche Verkehr und Gebäude eingeführt werden soll, ob durch eine Steuer oder ein Emissionshandelssystem. Zudem muss die Koalition einen Einstiegspreis festlegen und entscheiden, wie stark der CO2-Preis für eine Tonne in den kommenden Jahren steigen soll. Das hat Auswirkungen auf die Preise etwa für Benzin, Heizöl und Erdgas. Die Klimaschutz-Vorgaben für 2030 sehen eine Kürzung des CO2-Ausstoßes von 55 Prozent im Vergleich zu 1990 vor. Derzeit sind knapp 30 Prozent geschafft.

An dem globalen Klimastreik an diesem Freitag haben sich in Australien nach Angaben der Veranstalter mindestens 300 000 Menschen beteiligt. Dies seien doppelt so viele wie beim vorherigen Protestmarsch, schrieben die Aktivisten von Fridays for Future am Freitag auf Twitter. Große Kundgebungen gab es unter anderem in Sydney, Melbourne und Brisbane. In der Stadt Alice Springs im Zentrum Australiens legten sich Hunderte Menschen demonstrativ auf den Boden und stellten sich tot.

Weltweit rechnet die Jugendbewegung Fridays for Future mit mehrere Hunderttausend Teilnehmern, wenn nicht Millionen. Allein in Deutschland sind in Dutzenden Städten mehr als 500 Aktionen und Demonstrationen angemeldet. Für die internationale Streikwoche, die an diesem Freitag beginnt, haben Aktivisten Proteste in mehr als 2600 Städten in fast 160 Staaten angekündigt.

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