Schweinefleisch wird in evangelischen Kindertagesstätten in Leipzig nicht grundsätzlich vom Speiseplan gestrichen (Symbolbild). Foto: dpa

Die Nachricht schlägt hohe Wellen: In Leipzig verzichten laut einem Medienbericht zwei Kitas auf Schweinefleisch – „aus Respekt vor einer sich verändernden Welt.“

Leipzig - Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, dass in zwei Leipziger Kitas in freier Trägerschaft „aus Respekt vor einer sich verändernden Welt“ nur noch Speisen ohne Schweinefleisch ausgegeben würden. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) äußerte sich gegenüber der Zeitung mit den Worten: „Alle anderen, die auch mal gerne Schweinefleisch essen, für die Essgewohnheiten anderer in Mithaftung zu nehmen, ist nicht förderlich für ein gedeihliches Zusammenleben.“

Unter anderem verzichten gläubige Muslime auf den Verzehr von Produkten mit Bestandteilen vom Schwein. Ein Vertreter der zwei Kindertagesstätten war am Dienstag zunächst nicht für ein Gespräch zu erreichen.

Extra-Speiseplan für das Mittagessen in der Kita

Schweinefleisch wird in evangelischen Kindertagesstätten in Leipzig nicht grundsätzlich vom Speiseplan gestrichen. Dies sei nicht nötig, da die Essensanbieter immer mehrere Gerichte zur Auswahl hätten, sagte die Kita-Fachbereichsleiterin der Diakonie Leipzig, Christiane Michalski, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wer aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch verzichte, bekomme ebenso wie Allergiker oder Vegetarier einen Extra-Speiseplan für das Mittagessen in der Kita.

„Die Anbieter achten auch darauf, dass das Essen ähnlich aussieht, damit sich niemand ausgeschlossen fühlt“, sagte Michalski. Meistens gäbe es eigene Speisepläne wegen Lebensmittelunverträglichkeiten. Die Diakonie betreut in ihren elf Leipziger Kindertagesstätten rund 900 Mädchen und Jungen.

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