Bastian Joas (rechts) erzielte in Wangen den entscheidenden Treffer. Foto: Günter Bergmann

Eine diesmal auf Kampf getrimmte Calcio-Elf behauptet sich bei ihrem Angstgegner mit 1:0. Doch wird der Erfolg durch personelle Rückschläge getrübt.

Wangen/Allgäu - Eines ist sicher: Diesmal gibt es für den Zeugwart Arbeit. Hätte man vor Wochenfrist noch überlegen können, ob es überhaupt lohnt, die Waschmaschine anzuwerfen, denn verschwitzt konnten die Trikots ja kaum sein, lieferten die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen nun das Kontrastprogramm. Kämpfen, kratzen, beißen. Im Auswärtsspiel bei seinem Angstgegner FC Wangen bewies das Ensemble der Ballkünstler, dass es sich auch auf die rustikalere Gangart versteht – und wurde mit einem 1:0-Erfolg belohnt. Rehabilitierung also nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg und nach dem Debakelauftritt beim 4:6 gegen die TSG Tübingen. „Es war kein Leckerbissen“, sagte der Trainer Francesco Di Frisco, „aber heute kam es nur auf drei Dinge an: Charakter zeigen, die Null halten und mit drei Punkten vom Platz gehen.“

Drei kurzfristige Ausfälle

Letztere sicherte Bastian Joas’ Treffer. Eine knappe halbe Stunde war gespielt, als der 26-Jährige eine der wenigen Echterdinger Torchancen verwertete. Nach einem Eckball von Aron Zogaj war er mit dem Kopf zur Stelle. Ansonsten? Zwei halbe Möglichkeiten von Sascha Häcker ließen sich noch notieren, mehr nicht. Der Calcio-Fokus lag diesmal nicht auf Sturm und Drang, sondern auf konzentriertem Verteidigen. „Da“, erkannte Di Frisco, „war die Mannschaft mit einer ganz anderen Einstellung dabei als zuletzt.“ Dass auch mit einer anderen Aufstellung, hatte sich kurzfristig ergeben. Am Morgen des Spieltags hatten den Coach gleich drei personelle Hiobsbotschaften ereilt. Valentino Stepcic (mit starken Bauchschmerzen im Krankenhaus), Marcel Bahm (grippaler Infekt) und Ugur Capar fielen aus. Der Linksaußen hat sich bei einem Arbeitsunfall die linke Hand gebrochen.

So sehr dies Pech war, so sehr hatten die Echterdinger auf dem Rasen dann aber auch das nötige Glück. Zweimal fehlte dem nun auf den vorletzten Platz abgerutschten Gegner nicht viel zum Ausgleich. Im einen Fall scheiterte Okan Housein an der Querlatte, im anderen lupfte Yannick Huber den Ball nebens Tor. Momente, in denen sich das „mulmig-komische Gefühl“, mit dem Di Frisco angereist war, beinahe bestätigt hätte.

Restprogramm mit drei Heimspielen

Umso größer die Erleichterung der Gäste beim Schlusspfiff. Im siebten Anlauf ward es endlich vollbracht: der erste Sieg gegen den Kontrahenten aus dem Allgäu. „Das“, sagt Di Frisco, „ist überragend für Moral, Kopf und Tabelle.“ In jener sind die Seinen nun Siebter – mit Perspektive auf mehr, haben die Echterdinger an den verbleibenden vier Spieltagen bis zur Winterpause doch noch dreimal Heimrecht (Neckarrems, Heiningen, Berg). Freilich: bisher hat die Mannschaft solche Gelegenheiten für ein Mehr dann meistens liegen lassen. In dieser Hinsicht spielt sie weiter auf Bewährung.

FC Wangen:
Hinkel – Müller, Wellmann, Bieden­kapp, Fleischer (64. Kramer) – Basar (81. Metzen) – Gleinser (74. Demircan), Wetzel, Housein, Huber – Maas (64. Heinzelmann).

Calcio Leinfelden-Echterdingen:
Bortel – Ryl, Pranjic, Biljeskovic – Zogaj (77. Gümüssu), Ismaili (90.+3 Lekaj), Bäuerle, Zweigle – Nkansah, Häcker (84. Offei), Joas (90.+1 Raptis).

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: