Drei Tore nach seiner Einwechslung – damit sicherte Bastian Joas (rechts) den Echterdinger Gästen noch einen Punkt. Foto: Archiv Günter Bergmann

Calcio Leinfelden-Echterdingen belohnt sich für eine tolle Aufholjagd beim Tabellenzweiten Ehingen-Süd mit einem 3:3. Der Trainer hat trotzdem einen dicken Hals.

Ehingen - Hut ab, Calcio Leinfelden-Echterdingen. Die Verbandsliga-Fußballer des Filderclubs haben am Sonntag in ihrer Auswärtspartie beim Tabellenzweiten SSV Ehingen-Süd Comebackqualitäten gezeigt und trotz eines frühen 0:2-Rückstands am Ende noch ein 3:3 geholt. Überragender Mann aufseiten der Gäste war der eingewechselte Bastian Joas. Mit drei Jokertoren, seinem ersten Dreierpack bei den Aktiven, belohnte der 26-Jährige die Echterdinger Aufholjagd. Warum der Trainer Francesco Di Frisco dennoch einen dicken Hals hatte? Nun, dafür war ein abermals durch Josip Pranjic vergebener Foulelfmeter verantwortlich.

Alarmstufe Rot

Nach der Anfangsviertelstunde, in welcher Calcio Vorteile hatte, ohne dabei spielerische Glanzlichter zu setzen, musste es den wenigen Gäste-Fans unter den insgesamt rund 300 Zuschauern im beschaulichen Ehinger Ortsteil Kirchbierlingen Angst und Bange werden. Denn als der Tabellenzweite mit etwas Verspätung ebenfalls aktiv am sportlichen Geschehen teilnahm, herrschte im und rund um den Echterdinger Strafraum 20 Minuten lang Alarmstufe Rot. Den meist im Eilzugtempo schnörkellos vorgetragenen Angriffen der Gastgeber hatte das Aufgebot von Coach Di Frisco in dieser Phase wenig bis gar nichts entgegenzusetzen und musste froh sein, dass es nur zweimal im eigenen Kasten einschlug. Für die frühe 2:0-Führung der Platzherren sorgten Filip Sapina und Hannes Pöschl in der 15. und 25. Spielminute.

Ordentliche Torhüter-Premiere

Einen noch höheren Rückstand verhinderte bis dahin der Mann im Echterdinger Tor, Melvin Tullo, der bei seiner Saison-Punktspielpremiere in Calcios Verbandsligakader ein gutes Dutzend Ehinger Abschlüsse entschärfte. Über die gesamte Spielzeit gesehen erwies sich der 20-Jährige als mitunter etwas wackeliger, aber insgesamt ordentlicher Vertreter von Stammkeeper Henning Bortel. Dieser saß zwar auf der Bank, ist aber laut seinem Trainer durch eine Handverletzung gehandicapt. Und der andere Ersatzmann, Hüsrev Kop, der zuletzt beim 3:0 gegen Hollenbach zum Zug gekommen war, fällt wegen einer Schulterblessur voraussichtlich für mehrere Wochen aus.

Die Bastian-Joas-Show

Nach 38 Spielminuten hatte Di Frisco genug gesehen und beorderte den offensiven Bastian Joas anstelle des defensiveren Lukas Ryl von der Bank aufs Feld. Und die Maßnahme fruchtete sofort: Denn von diesem Zeitpunkt an nahmen wiederum die Gäste ernsthaft an der Partie teil – vorbei war es mit der Ehinger Übermacht. Kurz vor und ebenso acht Minuten nach der Halbzeitpause sorgte Joas mit seinen ersten beiden Treffern an diesem Tag für den 2:2-Ausgleich – beide Male lieferte Carmelo Quartuccio die Vorlage. Seinen folgenden dritten Treffer, den Joas eine Viertelstunde vor Schluss per Kopfball zum 3:3-Endstand erzielte, bereitete schließlich der ebenfalls eingewechselte Terry Offei vor. Di Friscos Joker stachen also wie gewünscht.

Ärgernis verschossener Elfmeter


Nach dem Doppelpack von Joas zum 2:2 hatte sich den Echterdingern vom Elfmeterpunkt die große Chance geboten, die Partie sogar noch um komplette 180 Grad zu drehen. Nach einem elfmeterreifen Foulspiel an Joas trat Josip Pranjic in der 60. Minute an – scheiterte aber an dem mit Regionalliga-Erfahrung ausgestatteten Ehinger Schlussmann Benjamin Gralla. Dieses Pech hatte er nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Inklusive Pokalwettbewerb kommt Pranjic nun auf drei Strafstoßnieten – was seinen Trainer ärgerte. „Es war klar abgesprochen, dass beim nächsten Mal nicht mehr er, sondern Valentino Stepcic schießt“, sagte Di Frisco und kündigte diesbezüglich „internen Gesprächsbedarf“ an.

SSV Ehingen-Süd:
Gralla – Kästle (68. Vöhringer), Hess, Sameisla, Schmid – Barwan, Schleker (56. Dilger), Akhabue (65. Telalovic), Sutalo – Pöschl (56. Schenk), Sapina.

Calcio Leinfelden-Echterdingen:
Tullo – Nkansah, Biljeskovic, Pranjic, Zweigle – Bahm (73. Offei), Bäuerle, Ryl (38. Joas), Quartuccio (79. Zogaj) – Ismaili – Stepcic (65. Häcker).

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