Mit bunt bemalten Friedenstauben aus Holz machen die Kirchengemeinden in Süßen auf die bevorstehende Veranstaltung aufmerksam. Foto: Carsten Gerusel

Die Süßener Kirchengemeinden veranstalten von 19. bis 22. Dezember Friedenstage. Die Idee hatte ein Student – um Menschen für Frieden zu sensibilisieren. Gleich vier Veranstaltungen haben die Organisatoren auf die Beine gestellt.

Süßen - Krieg kennen die meisten Menschen in Deutschland nur aus den Medien oder aus Erzählungen. Eigene Erfahrungen haben die wenigsten. „Frieden ist für uns schon selbstverständlich geworden“, sagt Carsten Gerusel aus Süßen, der Mitglied des katholischen Kirchengemeinderats ist. Der 27-Jährige studiert Politik, Mathematik und katholische Religionslehre auf Lehramt. „Ich habe das Seminar Friedensbildung besucht. Da geht es eigentlich um die Frage, wie man Frieden in den Unterricht einbeziehen kann.“ Er habe sich daraufhin gefragt, wie es gelingen könne, Frieden ins Bewusstsein aller Menschen zu bringen. Die Idee, eine Friedensveranstaltung zu organisieren, war geboren. Das Resultat: Friedenstage, die in Süßen erstmals vom 19. bis 22. Dezember stattfinden.

Bereits Ende 2017 ist der Hauptorganisator Carsten Gerusel auf seine Kirchengemeinde zugegangen. Die Begeisterung für die Veranstaltung war groß: „Das sind aktuelle Themen der Zeit, hat es da geheißen“, berichtet Gerusel. Dem Mann war schnell klar: „Das Thema ist zu wichtig, um es nur bei der katholischen Kirche zu belassen.“ Deshalb habe er die evangelische Kirchengemeinde und die Stadt ins Boot geholt. „Und der Kreis an Beteiligten ist dann immer größer geworden.“ So sind die vier Veranstaltungen zustande gekommen.

Den Auftakt am Mittwoch macht Schwester Teresa mit ihrem Vortrag „Jeder ist normal bis du ihn kennst“ um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Süßen. „Ich finde es wichtig, dass wir mit einem Vortrag starten. Das zeigt, dass es um ein wichtiges Thema geht.“ Bei einer Vernissage am Donnerstag in der Stadtbücherei (17 Uhr) und im Jugendhaus (18 Uhr) geht es um die Frage „Wie sieht Frieden eigentlich aus?“. Zum internationalen Dinner am Freitag von 19 Uhr an in der Kulturhalle soll jeder Gast beitragen und ein Gericht mitbringen, das typisch für seine Heimat ist. Wie viele Gäste kommen werden, weiß Gerusel nicht. „Wir sind aber auf alles gefasst“, sagt er. Mit dem musikalischen Weihnachtsmarkt, der um 16.30 Uhr im evangelischen Kirchgarten beginnt, und einer anschließenden Andacht gehen die Friedenstage zu Ende.

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