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Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht – die Leidtragendensind die Venezolaner.

Berlin - Deutschland und rund 50 andere Staaten haben sich schnell auf die Seite des Oppositionspolitikers Juan Guaidó geschlagen, als der in Venezuela die Machtfrage stellte. Sie erkannten ihn als Interimspräsidenten an und hofften, dass der umstrittene Amtsinhaber Nicolás Maduro unter dem internationalen Druck seinen Platz schnell räumen würde. Doch dies war nicht der Fall, drei Monate später ist der Konflikt ungelöst, die Fronten verhärtet und ein Ausweg nicht abzusehen. Leidtragende sind die Venezolaner. Ihnen fehlt es an Grundlegendem, an Medizin und Nahrungsmitteln. Millionen sind aus dem Land geflüchtet, sie leben in den Nachbarstaaten ebenfalls unter schwierigen Bedingungen.

Die Hilfe für die Notleidenden sollte an erster Stelle stehen

Die Bundesregierung pocht auf baldige Neuwahlen in dem südamerikanischen Land und hofft, dass sich danach die humanitäre Lage bessert. Da aber nicht abzusehen ist, wann sich die politische Blockade löst, sollte die Hilfe für die Notleidenden an erster Stelle stehen. Das gilt für die Flüchtlinge in den benachbarten Ländern ebenso wie für die Menschen in Venezuela. Mit internationaler Geschlossenheit muss dafür gesorgt werden, dass Maduro ausländische Hilfe zulässt. Denn nicht geimpfte Kinder und hungrige Flüchtlinge dürfen nicht zu Geiseln dieses Machtkampfes werden.

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