Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad (links) im Medaillenglück Foto: dpa

Unverhofft ist das deutsche Team an die Spitze der Nationenwertung zurückgekehrt.

Vancouver - Die Langläufer vollbrachten das Wunder von Whistler, den «Ski-Adlern» wuchsen plötzlich Flügel. Mit drei völlig unverhofften Medaillen ist das deutsche Team am zehnten Wettkampftag der Winterspiele in Vancouver an die Spitze der Nationenwertung zurückgekehrt.

Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad stürmten im Teamsprint sensationell zu Gold. Kurz darauf mussten sich Axel Teichmann und Tim Tscharnke nur dem norwegischen Duo geschlagen geben und bejubelten Platz zwei. Mit Skisprung-Silber für Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann im Mannschafts-Wettbewerb auf der Großschanze hinter Österreich hatte der Tag für die deutsche Mannschaft schon prächtig begonnen.

"Ein grandioser Tag"

Nach 54 von 86 Entscheidungen rangiert das deutsche Olympia-Team mit siebenmal Gold, neunmal Silber und fünfmal Bronze wieder vor den USA (7/8/10). «Das ist ein grandioser Tag», freute sich Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Im Eistanz gewannen Tessa Virtue/Scott Moir das fünfte Gold für Kanada. Meryl Davis und Charlie White aus den USA holten Silber vor den russischen Weltmeistern Oksana Domnina/Maxim Schabalin.


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Nach ihrem Husarenstück in der Loipe vergossen Sachenbacher-Stehle und Nystad Freudentränen. Bei ihrem Olympia-Coup ließen die deutschen Routiniers die Schwedinnen Charlotte Kalla und Anna Haag hinter sich. Bronze holten sich die russischen Läuferinnen. Im Männer-Rennen legte Tscharnke mit einem energischen Zwischenspurt auf der vorletzten Runde den Grundstein für Silber. Schlussläufer Teichmann musste erst kurz vor dem Ziel den norwegischen Supersprinter Petter Northug vorbeiziehen lassen. Dritter wurde das russische Duo.

Skispringer wachsen über sich hinaus

Die deutschen Skispringer wuchsen in ihrem letzten Wettbewerb bei Olympia über sich hinaus. Nur gegen die Österreicher hatten sie keine Chance. Gold ging mit Riesenvorsprung an den Topfavoriten, der seit 2005 alle wichtigen Team-Wettbewerbe gewonnen hat. Mit Silber vor Norwegen war das DSV-Team jedoch überglücklich.

Die deutschen Curling-Männer verpassten mit dem 2:8 gegen Großbritannien den Einzug in die Medaillenrunde. Als erstes Team erreichten Kanadas Curlerinnen das Halbfinale. Nach der Absage von Magdalena Neuner nominierte Bundestrainer Uwe Müssiggang Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel für die Biathlon-Staffel über 4 x 6 Kilometer.

Das Endspiel beim Eishockey-Turnier der Frauen bestreiten wie erwartet Gastgeber Kanada und die USA. Die «Ahornblätter» besiegten im Halbfinale Finnland mit 5:0. Zuvor hatte sich die Amerikanerinnen gegen Schweden mit 9:1 durchgesetzt.

Training im Viererbob abgebrochen

Das Training im Viererbob wurde nach zwei Stürzen auf der Olympia-Bahn in Whistler abgebrochen. Der Internationale Bob-Verband FIBT kündigte erneute bauliche Veränderungen an dem Kurs an. Die Schlitten aus Kroatien und Lettland waren in dem freiwilligen Zusatztraining gestürzt. Die Crews blieben unverletzt. Beim Abschlusstraining für die Zweierbob-Entscheidung der Frauen fuhren Olympiasiegerin Sandra Kiriasis und Cathleen Martini die besten Zeiten. Allerdings hatten Top-Fahrerinnen wie die Kanadierin Kaillie Humphries und Shauna Rohbock aus den USA auf den letzten Trainingslauf verzichtet.

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