Familien mit Kindern hoffen auf ein besseres Leben in den USA. Foto: AP

Ihm reicht’s: Der Gouveneur von New York hat angekündigt, wegen der dramatischen Szenen an der Grenze zu Mexiko die US-Regierung zu verklagen. Im Vorfeld hatte eine Tonaufnahme für Entsetzen gesorgt, die das Leid der Kinder dokumentiert.

Stuttgart - Wohl kaum ein Thema bewegt die Menschen in den USA aktuell so sehr wie die Trennung von Familien an der mexikanischen Grenze. Seit April setzen die Grenzbeamten auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Zuwanderern ohne Papiere. Jeder illegale Grenzübertritt wird strafrechtlich verfolgt. Für Eltern kann das die Trennung von ihren Kindern bedeuten.

Sind Familien betroffen, kommen die Eltern vorläufig ins Gefängnis, die Kinder werden gesondert in Lagern untergebracht. Der Gouverneur des Staates New York reagiert nun auf die harte Linie der Trump-Administration. Andrew Cuomo kündigte an, dass der Staat New York die Trump-Regierung verklagen will, weil sie die Rechte von Tausenden Zuwanderern und deren Kindern verletzen würde.

„Die Politik der Trump Regierung, Familien auseinander zu reißen, ist eine moralische Verfehlung und eine menschliche Tragödie“, begründete der Demokrat sein Handeln. Mit der Klage solle die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder geschützt werden. Zuvor hatte Andrew Cuomo bereits verkündet, keine Mitglieder der Nationalgarde aus New York an die mexikanische Grenze zu schicken. Diesen Schritt hatte er zusammen mit anderen Gouverneuren von Ostküste-Staaten angekündigt.

Eine Reaktion vonseiten des Weißen Hauses gab es bisher nicht. Der Druck für Trump wird indes größer. Kritik für seine Null-Toleranz-Politik kommt nicht nur von Demokraten, sondern auch aus den eigenen Reihen. Trumps Republikaner sind tiefgespalten und können sich bisher nicht auf eine Reform des Einwanderungsrechts einigen. Scharfe Kritik kam auch von der UNO und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die im Zusammenhang mit den Familientrennungen von Folter sprach.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte indes eine Tonaufnahme der Plattform ProPublica, auf der weinende Kinder zu hören sind. Es soll sich um Kinder an der Grenze zu Mexiko handeln. „Mami! Ich will mit Papa mitgehen“, hört man ein kleines Mädchen, das so heftig weint, dass es kaum atmen kann.

Laut ProPublica kommen die Mädchen mehrheitlich aus El Salvador und Guatemala. Zu hören ist auf der Aufnahme auch ein Grenzbeamter, der schnippisch auf Spanisch sagt: „Wir haben hier ein regelrechtes Orchester. Das einzige, was fehlt, ist ein Dirigent.“, während im Hintergrund Kinderweinen zu hören ist.

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