Wenn Flüchtlinge aus Eritrea erst in Deutschland sind, hilft ihnen ein Job. Die EU-Kommission hat jetzt Gelder freigegeben, mit denen den Leuten bereits vor Ort geholfen werden soll. Foto: dpa

Nur aus Syrien und Afghanistan kommen noch mehr Flüchtlinge nach Europa als aus Eritrea. Die EU unterstützt das Land jetzt mit 200 Millionen Euro, um die Not vor Ort abzumildern.

Nairobi - Die Europäische Union will dem autokratisch regierten Eritrea mit 200 Millionen Euro bei der Bekämpfung von Fluchtursachen helfen. Das erklärte der EU-Entwicklungshilfekommissar Neven Mimica am Donnerstag bei einem Besuch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Eritrea ist nach Syrien und Afghanistan eines der bedeutendsten Herkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland. Das Land wird mit eiserner Hand regiert. Es ist weitgehend von der Außenwelt abgeschlossen und wird oft als das „Nordkorea Afrikas“ bezeichnet.

Die Mittel für Eritrea sollen aus dem 1,8 Milliarden Euro schweren EU-Fonds zur Bekämpfung von Fluchtursachen kommen. Mimica sprach von Investitionen in den Energiesektor Eritreas, nannte sonst zunächst keine weiteren Details. Die Mittel müssen noch vom EU-Ministerrat freigegeben werden.

„Die Flüchtlinge kommen aus wirtschaftlichen Gründen. Unsere Herangehensweise ist es, zu versuchen, die Bedürfnisse der Menschen in Eritrea mit Haushaltsbeihilfen zu befriedigen“, sagte Mimica. Aktivisten betonen hingegen, dass viele Eritreer vor allem wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen wie der Willkür der Sicherheitskräfte und dem Fehlen eines Rechtsstaats fliehen.

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