Wieland Backes hat über Jahre das SWR-Fernsehen geprägt und trägt deshalb selbst einen großen Namen: Jetzt hört der 73-Jährige beim Ratespiel „Ich trag einen großen Namen“ auf. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ende 2014 hatte er im „Nachtcafé“ aufgehört, jetzt macht er auch bei „Ich trage einen großen Namen“ Schluss: Wieland Backes, 73, will, wie unsere Zeitung erfuhr, am Samstag im Talk von Gaby Hauptmann seinen Fernsehabschied verkünden.

Stuttgart - Urgestein Wieland Backes will nun komplett als Fernsehmoderator aufhören: Der 73-Jährige hat sich den „Talk am See“ mit Gaby Hauptmann ausgesucht, um seinen endgültigen Abschied vom TV-Publikum zu verkünden. Beim „Nachtcafé“ hatte der langgediente Fernsehjournalist Ende 2014 aufgehört, die Sendung „Ich trage einen großen Namen“ aber fortgeführt. Die letzte Staffel davon mit ihm ist abgedreht. Über das Ende seiner Fernsehkarriere und über die Höhepunkte dieser langen Zeit wird er bei der Sendung „Talk am See mit Gaby Hauptmann“ sprechen, die am diesem Freitag aufgezeichnet und am folgenden Samstag um 21.50 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wird.

Auch CSD-Organisator Christoph Michl in der Talksendung

„Wir sind Herrn Backes sehr dankbar, dass er länger beim ,Großen Namen’ geblieben ist, als er dies geplant hatte“, hat Martin Müller, der Chef der Journalistischen Unterhaltung beim SWR, am Freitag gegenüber unserer Zeitung gesagt. Noch zwei Staffeln habe der beliebte Fernsehmann drangehängt, damit der SWR in Ruhe die Nachfolge klären konnte. Im neuen Jahr soll eine Frau die Rätselsendung, die es seit 1977 gibt und seit 1998 mit Backes, übernehmen. Ihren Namen wollte Müller noch nicht nennen.

Zu den Gästen des SWR-Talks vom Bodensee zählt an diesem Samstag auch Christoph Michl , der Organisator des Christopher Street Days in Stuttgart. Er wird über Gewalt gegen Schwule sprechen, die zunimmt. Das neue Format aus Konstanz ist im Mai dieses Jahres mit leichten Themen gestartet. Der Moderatorin Gaby Hauptmann will ihre Zuschauer am späten Samstagabend „mit einem Lächeln“ ins Bett schicken. Künftig soll aber auch verstärkt Ernsthaftes angesprochen werden.

Intendant Gniffke ist mit dem Talk noch nicht zufrieden

Die Quoten der neuen Sendung bewegen sich zwischen knapp drei und sechs Prozent, haben damit noch nicht die Höhe erreicht, die man sich im Stuttgarter Funkhaus wünscht. Schon vor seinem Dienstantritt hatte der neue SWR-Intendant Kai Gniffke in einem Interview erklärt: „Ich sag ganz offen: ‚Talk am See’ ist noch nicht da, wo wir hin wollen.“ Und weiter: „Nach wie vor hoffe ich, dass das Ding irgendwann erfolgreich fliegt. Aber wir werden zu gegebener Zeit prüfen, wie es mit der Sendung weitergeht."

Quote in Baden-Württemberg deutlich besser als in der Pfalz

Werden die frühere Geliebte von Helmut Kohl oder Äffle und Pferdle „das Ding zum Fliegen“ bringen? Sie sind eingeladen zu eine der nächsten Sendungen. Beatrice Herbold hat in einem Buch behauptet, heimlich eine Beziehung mit dem früheren Bundeskanzler geführt zu haben. Sie hatte pikante Details darüber verraten. Das Liebesleben des Pfälzers Kohl könnte vor allem in jedem Sendegebiet auf Interesse stoßen, das bei den Quoten von „Talk am See“ meist sehr schwach abschneidet. Während Gaby Hauptmann in Baden-Württemberg oft auf eine Quote von ordentlichen acht Prozent kommt, sind es in der Pfalz in aller Regel unter ein Prozent.

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