Bei einem Brand in Urbach konnte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen verhindern. Foto: SDMG//Kohls

Als die Feuerwehr eintraf, stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand. Die Bewohnerin des Hauses in Urbach blieb unverletzt, hat aber alles verloren. Ihr Sohn hat auf Facebook um Hilfe gebeten.

Urbach - Ein Großbrand hat auf einem Aussiedlerhof bei Urbach am Montagabend eine Scheune zerstört und ein Wohnhaus unbewohnbar gemacht. Die 68 Jahre alte Bewohnerin und ihr Hund konnten sich unverletzt ins Freie retten. Eine Katze wird hingegen noch vermisst.

82 Feuerwehrleute im Einsatz

Der Brand auf dem Wellingshof war laut Polizei gegen 18 Uhr gemeldet worden. Das Feuer sei zunächst an der Scheune entstanden, berichtet ein Polizeisprecher. Laut den bisherigen Ermittlungen griff der Brand dann von der Außenwand auf den Schuppen über und anschließend auf die Fassade und den Dachstuhl des Wohnhauses. Letzterer habe bereits in Vollbrand gestanden, als er mit seinen Einsatzkräften eingetroffen sei, sagt Michael Hurlebaus, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Urbach.

Auch aus den umliegenden Ortschaften beteiligten sich Feuerwehren an den Löscharbeiten, es kamen zwei Drehleitern und sechs Löschfahrzeuge zum Einsatz. Den insgesamt 82 Feuerwehrleuten gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Häuser zu verhindern. Noch in der Nacht wurden die Überreste des mehrere hundert Jahre alten Hauses mit einem Bagger eingerissen, um die Nachlöscharbeiten zu ermöglichen. Diese dauerten laut Hurlebaus bis gegen 7 Uhr am Dienstagmorgen. Die Kreisstraße zwischen Urbach und Schorndorf-Haubersbronn blieb in der Nacht gesperrt. Zur Brandursache macht die Polizei bislang keine Angaben. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse – „eventuell am Mittwoch“, so ein Sprecher am Dienstag.

Bewohnerin hat alles verloren

Den Schaden schätzt die Polizei aktuell auf etwa 250 000 Euro. „Meine Mutter hat gar nix mehr, sie muss komplett bei Null anfangen“, sagt der Sohn der 68-jährigen Hausbewohnerin. Er hat auf seiner Facebook-Seite einen Aufruf gestartet, der bis Dienstagabend mehr als 350 Mal geteilt worden ist. Die Familie ist von der immensen Hilfsbereitschaft begeistert. „Die Leute sind echt toll, mit der Resonanz hätte ich nie gerechnet“, erzählt der Sohn am Telefon. Fürs Erste habe seine Mutter sogar schon eine neue Bleibe gefunden. Unterstützung komme nicht nur von Freunden, sondern auch von der Gemeinde Urbach.

Der Sachgebietsleiter des Ordnungsamtes, Achim Grockenberger, fühlt sich an einen anderen Fall vor gut einem Jahr erinnert: Damals war der „historische Ochsen“, ein Mehrfamilienhaus, niedergebrannt – ein Mensch kam dabei ums Leben, zwei wurden verletzt, mehr als 20 mussten ein neues Zuhause finden. „Dieses Mal ist es zum Glück wesentlich glimpflicher abgelaufen“, sagt er.

Große Hilfsbereitschaft

Gleichwohl habe die 68-Jährige durch das Feuer einen „enormen Verlust“ erlitten: Von ihrem Hab und Gut sei nur geblieben, was sie auf dem Leib getragen habe. Grockenberger ist jedoch guten Mutes, dass der 68-Jährigen und ihrem Hund geholfen werden kann. „Wir unterstützen sie bei allen Dingen, die da auf sie zukommen“, betont er. Wichtig sei, dass Hilfs- und Spendenaktionen koordiniert und mit Bedacht abliefen.

Der Sohn der Frau bestätigt das: „Wer helfen will, darf gerne helfen. Meine Mutter muss sich jetzt aber erst mal sortieren und schauen, was sie in der neuen Wohnung überhaupt alles unterkriegt“, erklärt er. Es gebe eine Menge zu regeln – schließlich seien auch sämtliche Dokumente verbrannt. „Aber ganz ehrlich – bei so viel Unterstützung von allen Seiten kann es nur gut werden“, ist er überzeugt. „Man muss immer das Positive draus ziehen.“

Am Dienstagnachmittag hat es ein weiteres Feuer im Wellingshof gegeben: Eine Scheune brannte. Nach ersten Informationen wurde niemand verletzt. Ob es einen Zusammenhang mit dem Wohnhausbrand gibt, kann die Polizei bisher nicht sagen.

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