Die Polizei reagierte mit einem Großaufgebot auf den Alarm der Ohio State University. Foto: AP

Großalarm auf dem Campus der Ohio State University: Neun Menschen sind bei einem Angriff auf dem Gelände verletzt worden. Ein mutmaßlicher Täter wurde offenbar erschossen.

Columbus - Ein mit einem Schlachtermesser bewaffneter Angreifer hat auf dem Campus der Ohio State University im Nordosten der USA am Montag neun Menschen verletzt. Nach Angaben der Polizei raste der Mann am Vormittag erst mit einem Auto in eine Menschenmenge und stach dann mit dem Messer auf Fußgänger ein, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Die Behörden schlossen einen Terrorangriff nicht aus.

Ein Polizist der Universität in Columbus sei „in weniger als einer Minute“ vor Ort gewesen, sagte der Beamte Craig Stone bei einer Pressekonferenz der Polizei. Der Kollege habe den Angreifer erschossen. Den Angaben zufolge gab es neun Verletzte, einer davon wurde schwer verwundet. Hinweise auf weitere Angreifer gab es demnach nicht. Danach befragt, ob es sich um einen „Terrorangriff“ gehandelt habe, sagte die Polizeichefin von Columbus, dies sei eine „Möglichkeit“. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Bundespolizei FBI sei an den Ermittlungen beteiligt. Es müssten noch „viele Informationen“ zusammengetragen und geprüft werden, sagte Josh Earnest. Er sprach von einer „schwierigen Situation“ vor Ort. Den Sendern CBS und NBC zufolge handelte es sich bei dem Angreifer um einen rund 20 Jahre alten Mann somalischer Abstammung. Demnach war er offenbar an der Universität eingeschrieben.

Die Hochschulleitung hatte am Vormittag zunächst wegen eines „aktiven Schützen“ einen Großalarm ausgelöst und Studenten und Mitarbeiter dazu aufgerufen, sich zu verschanzen. „Schütze auf dem Campus. Lauft, versteckt euch, kämpft“, hieß es in einer Notfallbotschaft im Internetdienst Twitter. Wenige Stunden später gab die Universitätsleitung Entwarnung. Das Gelände sei gesichert worden, hieß es. Alle für Montag geplanten Vorlesungen und Kurse fielen allerdings aus. Eine Studentin sagte dem Sender MSNBC, sie habe beobachtet, wie ein Auto mehrere Menschen überfahren habe. Andere Studenten berichteten, sie hätten mehrere Schüsse gehört. Die Studenten seien in Panik aus dem Unterrichtsgebäude gelaufen, sagte Cydney Ireland dem TV-Sender ABC.

Die Ohio State University mit ihren 60.000 Studenten auf dem Hauptcampus in Columbus ist eine der größten Hochschulen in den Vereinigten Staaten. In den USA hatte es in den vergangenen Jahren häufiger Schießereien an Schulen und öffentlichen Einrichtungen gegeben. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule starben im Jahr 2007 an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter.

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