Ein bisschen funktionaler werden die künftigen Radständer der Uni Hohenheim sicher ausfallen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Rektor Dabberts Kritik bei der Vorstellung der Mobilitätskonzepte für den Campus hat Wirkung gezeitigt. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer reagierte prompt und ließ ihren kurzen Draht ins Finanzministerium spielen.

Stuttgart - In die Umsetzung des Mobilitätskonzepts für den Campus der Uni Hohenheim kommt Bewegung. Zumindest der Bau der 400 Fahrradstellplätze soll bald erkennbare Formen annehmen. Dies soll dadurch geschehen, dass die Uni die Stellplätze selber baut – ein Novum. Die Genehmigung hierzu erhielt die Uni direkt vom Finanzministerium (FM). Eine grundsätzliche Option der Unis auf die Bauherreneigenschaft, etwa für größere Bauten, bedeute dies jedoch nicht, erklärte der Sprecher.

„Im Fall der zusätzlichen Radständer an der Universität Hohenheim haben wir uns mit dem Wissenschaftsministerium verständigt und sind gerne bereit, dass die Hochschule die weitere Planung und den Bau übernimmt“, erklärte ein FM-Sprecher auf Anfrage. „Wir freuen uns, wenn die Hochschule das macht und unterstützen bei Bedarf gerne.“ Damit kommt das Ministerium dem ausdrücklichen Wunsch von Unirektor Stephan Dabbert auf die Option der Bauherrenschaft nach.

Rektor Dabbert kritisiert „zähe Umsetzung“ des Mobilitätskonzepts

Zu verdanken hat das die Uni dem Auftritt ihres Rektors bei der Vorstellung der Mobilitätskonzepte für den Campus. Bei der Veranstaltung im Hospitalhof hatte Dabbert im Beisein von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) die „zähe Umsetzung“ des bereits 2017 beschlossenen Mobilitätskonzepts kritisiert: „Wenn ich es nicht hinbekomme, einen Fahrradständer zu bauen, brauche ich keinen emissionsfreien Campus anzustreben“, hatte Dabbert dort gesagt – und spontan Applaus von Kollegen aus elf Hochschulen erhalten. Es sei schwierig, für ein Mobilitätskonzept Akzeptanz zu erhalten, solange dieses nur in Form einer Parkraumbewirtschaftung umgesetzt werde, hatte Dabbert berichtet. Ministerin Bauer hatte erklärt, das gehe ihr nach – und daraufhin das für Bauen und Liegenschaften zuständige Finanzministerium über den Vorgang informiert.

An der Uni Hohenheim ist man erfreut über diese Entwicklung. „Wir begrüßen, dass das Thema in der Politik mit der Priorität aufgenommen wurde, die auch wir dem beimessen“, sagte Unisprecher Florian Klebs. „Bisher hingen wir in der Luft.“ Üblicherweise kümmert sich das Unibauamt, eine Unterabteilung von Vermögen und Bau und dem Finanzministerium, um Bauangelegenheiten der Unis. Deren Leiterin Sybille Müller konnte bisher keine zeitliche Perspektive für den Bau der Radständer nennen. Auf Anfrage hatte sie erklärt: „Wir hoffen, zeitnah ein gemeinsames, tragfähiges Konzept zu verabschieden und auszuführen.“ Der Zeitpunkt für die Einführung von Parkgebühren auf dem Hohenheimer Unicampus steht hingegen längst fest: Oktober 2019.

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