Aufzüge gehören zu den sichersten Förderanlagen – in den meisten Fällen. Foto: imago/allOver-MEV

Es ist der Albtraum vieler Menschen: Man möchte sich das Treppen steigen ersparen, fährt ein paar Stock­werke mit dem Aufzug – und der stürzt in die Tiefe. Zwei Männern ist genau dies jetzt in Niedersachsen passiert.

Langelsheim - Zwei Männer sind im niedersächsischen Langelsheim bei Goslar mit einem Fahrstuhl zweieinhalb Meter in die Tiefe gestürzt und schwer verletzt worden. Das Führungsseil der Kabine sei gerissen und die Kabine deshalb in das Kellergeschoss gestürzt, teilte die Polizei in Goslar mit.

Lift war selbst gebaut

Bei den Verletzten handelt es sich um den 77-jährigen Hauseigentümer und einen 36 Jahre alten städtischen Mitarbeiter, der die Wasseruhr in dem Gebäude ablesen wollte. Beide Männer wurden mit Frakturen in ein Krankenhaus in Goslar gebracht.

Nach Angaben der Polizei war der Lift selbst gebaut gewesen. Der Bürgermeister von Langelsheim, Ingo Henze, erklärte: „Die genauen Umstände, die zum Unfall geführt haben, kennen wir auch noch nicht.“

Wilde Hüpfeinlage

Mitte November 2019 mussten Feuerwehrmänner vier Jugendliche in Leverkusen mit einer Axt aus einem Aufzug befreien. Die Heranwachsenden hatten sich in dem Fahrstuhl durch eine wilde Hüpfeinlage in eine ausweglose Situation gebracht. Die Jungen sprangen Zeugenaussagen zufolge derart heftig auf und ab, dass der Aufzug stecken blieb, wie die Polizei mitteilte.

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Rettung durch schmalen Spalt

Ende August mussten Rettungskräfte sieben Kinder und Jugendliche in Hannover aus einem steckengebliebenen Fahrstuhl befreien. Die Rettung war schwierig, weil der Aufzug genau zwischen zwei Stockwerken eines Mehrfamilienhauses feststeckte, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei der zwischen neun und 14 Jahre alten Kinder und Jugendlichen erlitten eine Panikattacke.

Zwischenzeitlich wurde sogar die Fachgruppe Höhenrettung alarmiert. Die Feuerwehrleute konnten schließlich den Fahrstuhl rund 50 Meter nach unten fahren und die Kinder durch einen schmalen Spalt befreien. Erst nach etwa eineinhalb Stunden gelang es den Rettungskräften schließlich die Türen zu öffnen.

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In Aufzugschacht gefallen

Im Juli war ein Mann bei einem Befreiungsversuch aus einem steckengebliebenen Aufzug eines Düsseldorfer Hotels in den Schacht gestürzt und schwer verletzt worden. Der Lift war zwischen zwei Etagen hängen geblieben – vermutlich aufgrund eines technischen Defekts, wie die Feuerwehr mitteilte.

Die vier in dem Fahrstuhl eingeschlossenen Menschen hätten vor dem Eintreffen der Rettungskräfte einen Befreiungsversuch unternommen. „Dabei wurde die Aufzugtür aufgedrückt. Der Mann kletterte hinaus und fiel durch einen Spalt unterhalb der Kabine zwischen vier und fünf Meter tief in den Schacht hinab“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

TÜV legt mehr als 3000 Lifte still

Im vergangenen Jahr hatte der TÜV rund 3100 Aufzüge wegen gefährlicher Mängel stillgelegt. Der Anteil der defekten Lifte an den insgesamt knapp 590 000 geprüften Aufzügen sank damit um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem Anlagensicherheits-Report 2018 des TÜV-Verbands hervorgeht.

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