Immerhin hat der VfB Stuttgart zu null gespielt, das ist die positive Erkenntnis nach der Partie, bei der unter anderem Alexander Esswein von Beginn an eingesetzt wurde. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart hat beim 0:0 bei Schalke 04 nur so viel getan, wie er musste. Doch für die anstehende Relegation erwartet nicht nur Torhüter Ron-Robert Zieler eine klare Steigerung in allen Bereichen.

Stuttgart - Zum dritten Mal in den vergangenen vier Spielen hat der VfB Stuttgart zu null gespielt – das ist eine der wenigen positiven Erkenntnisse nach dem 0:0 der Stuttgarter im letzten Bundesligaspiel der regulären Saison beim FC Schalke 04. Vor 61.676 Fans in der ausverkauften Arena im Gelsenkirchener Norden boten beide Teams allerdings eine schwache Partie. Das lag auch daran, dass der Stuttgarter Trainer Nico Willig sechs Kräfte vom 3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg nicht in der Anfangself aufbot. Ein Spannungsabfall war daher nicht zu verhindern.

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„Das war kein Spiel von hohem Niveau, aber wir haben es souverän über die Bühne gebracht“, sagte der VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler, der mit Blick auf die beiden anstehenden Relegationspartien der Stuttgarter am 23. und 27. Mai gegen den Dritten der zweiten Liga – SC Paderborn oder Union Berlin – allerdings eine andere Leistung seines Teams erwartet. „Wir müssen jetzt alles komplett hochfahren“, sagte Zieler: „Wir sind alle Leistungssportler – und müssen diesem Druck standhalten.“

Spielidee Nico Willig hatte einen klaren Teilplan: Er wollte hinten zu null spielen. Das ist dem VfB gelungen, allerdings ging auch noch vorne null. „Da haben wir viele Wünsche offen gelassen“, sagte der Interimstrainer nach der müden Nullnummer gegen Schalke 04. Es war im vierten Spiel unter Willig sogar das dritte Mal, dass der VfB kein Gegentor hinnehmen musste. Das wertete er als gutes Zeichen für die anstehende Relegation. Der Coach machte aber auch deutlich, dass die Mannschaft in den Entscheidungsspielen um den Verbleib in der Bundesliga in puncto Dynamik und Intensität zulegen muss.

Spielentscheidend Im Grunde war ja schon vor dem Anpfiff alles klar. Es ging sportlich weder für den VfB noch für Schalke um etwas – und entsprechend traten beide Mannschaften auf. Ohne Elan und ohne Zug zum Tor. Huub Stevens fand die Leistung seiner Elf „enttäuschend“, da der Schalke-Coach gehofft hatte, dass die Heimatmosphäre sein Team noch einmal animiert. Auf der anderen Seite taten die Stuttgarter nicht mehr als sie mussten. Schon durch die Anfangself hatte der Trainer Nico Willig angezeigt, dass er einerseits Spieler schonen wollte und andererseits manche ihren Spielrhythmus halten sollten. Auch dieser Teil des Plans ging auf, da es weder zusätzlich gesperrte oder verletzte Spieler gibt.

Spielentscheider Die VfB-Fans hatten in der Schalker Arena auf den Mario-Gomez-Effekt gehofft, denn der Torjäger stand erstmals seit dem 0:6 von Augsburg wieder in der Startelf. Doch die persönliche Wende zum Guten schaffte Gomez nicht, was nicht allein an ihm, sondern auch an den speziellen Umständen des Spiels lag. Schließlich brachten die Weiß-Roten offensiv wenig zustande. Obendrein wurde Gomez zu wenig gesucht. „Ich darf als Spieler ja nicht wetten. Aber wenn ich es könnte, dann würde ich Geld darauf setzen, dass Mario noch eine entscheidende, positive Rolle in der Relegation spielt“, sagte der VfB-Kapitän Christian Gentner, der über seine persönliche Zukunft in Stuttgart nicht sprechen will. „Das machen wir nach der Saison“, sagte der 33-Jährige.

Wortspiel „Ich hoffe, dass mir Huub Stevens noch einen Tipp gibt, denn er ist für mich der Retter schlechthin“, sagte der VfB-Coach Nico Willig nach der Partie, als der Schalker Jahrhunderttrainer mit ihm auf dem Pressepodium saß. Zweimal hat der Niederländer seine Missionen mit dem VfB erfolgreich beendet und jetzt mit den Königsblauen, die er vor wenigen Wochen übernommen hatten. Anstrengend war das für den 65-Jährigen. „Aber jetzt ist Urlaub. Direkt.“ Allerdings will er nicht vergessen, dem VfB während der Relegation die Daumen zu drücken.

Spielplan Für den VfB geht es in den kommenden acht Tagen um die sportliche Existenz in Liga eins. Der Gegner für die beiden Relegationsspiele steht an diesem Sonntag gegen 17.15 Uhr fest, wenn auch die reguläre Saison in der zweiten Liga beendet ist. An diesem Donnerstag (Anpfiff ist um 20.30 Uhr) eröffnen die Stuttgarter die beiden Entscheidungspartien mit ihrem Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena.

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