Ein Auszubildender wäscht sich bei einer Schulung für Gesundheitshelfer in der sudanesischen Stadt Juba die Hände. Foto: Charles Atiki Lomodong/AP/dpa

Der Klimawandel verschärft dramatisch die Probleme rund um die Wasserversorgung – und bedroht damit die Gesundheit und Existenz unzähliger Menschen vor allem in Afrika und Asien.

Genf - Etwa 1,8 Milliarden Menschen weltweit sind auf Gesundheitseinrichtungen angewiesen, in denen die Versorgung mit sauberem Wasser nicht gewährleistet ist. Davor warnten die Vereinten Nationen am Montag (14. Dezember) in Genf.

Sowohl Patienten als auch das Personal seien damit einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit Krankheiten wie dem Coronavirus anzustecken, hieß es in einem gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks (Unicef).

Vor allem Länder in Afrika und Asien betroffen

Eine von vier Gesundheitseinrichtungen habe keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. In einer von drei Einrichtungen gebe es keine angemessene Möglichkeit, sich die Hände zu desinfizieren, heißt es in der Studie, für die Daten aus 165 Ländern ausgewertet wurden. Betroffen sind vor allem Länder in Afrika und Asien.

Eine angemessene Wasserversorgung, sanitäre Anlagen und Hygienemaßnahmen seien „unabdingbar“, um das Coronavirus zu stoppen, so der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Ohne Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene zu arbeiten, sei für Krankenschwestern und Ärzte genauso gefährlich wie ohne Schutzkleidung in den Dienst geschickt zu werden, warnt Ghebreyesus.

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Etwa 3,6 Milliarden Dollar (rund drei Milliarden Euro) würden dem Bericht zufolge benötigt, um die sanitäre Grundversorgung in den betroffenen Ländern im Laufe der nächsten zehn Jahre zu verbessern. Vor allem Schwangere, Neugeborene und Kinder könnten damit besser vor Erkrankungen geschützt werden.

Konflikte um Wasser nehmen zu

Laut „Weltrisikobericht“ verschärft der Klimawandel Probleme mit der Wasserversorgung und erhöht die Verwundbarkeit von Gesellschaften. Bei extremen Naturereignissen wie einer Überschwemmung oder einem Wirbelsturm entstehe in Ländern mit schlechter Wasserversorgung wahrscheinlicher eine Katastrophe.

Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet unter Wassernot. Vor allem in Afrika und in weiten Teilen Asiens führt das Bevölkerungswachstum zu einem höheren Wasserverbrauch Infolgedessen sinken die Grundwasserspiegel, Flüsse trocken aus, das Vieh verhungert, die Ernten vertrocknen und die Menschen hungern und leiden Durst.

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