Sandra Treiber, Nele Widmann, Annika Wilstermann und Nils Widmann präsentieren mit der Rektorin Ursula Bauer ihren Schulgarten. Foto: Caroline Holowiecki

Seit Kurzem gibt es an einem Gymnasium in Filderstadt eine Umwelt-AG. Die Jugendlichen wollten nicht mehr nur reden, sondern handeln. Die Ideen gehen ihn dabei nicht aus.

Filderstadt - Energiesparlampen verwenden, zur Käsetheke die Frischhaltebox mitnehmen, Mehrweg-Glasflaschen kaufen – es gibt viele kleine Dinge, die jeder tun kann, um Ressourcen zu schonen. Am Eduard-Spranger-Gymnasium (ESG) in Bernhausen haben einige Schüler den Naturschutz sogar zu ihrem Hobby erkoren. Seit diesem Schuljahr gibt es dort die Umwelt-AG, und gut und gerne 15 Jugendliche aus unterschiedlichen Klassenstufen machen regelmäßig mit.

Ganz neu ist das Thema Nachhaltigkeit an der Schule nicht. Seit 2006 werden hier in regelmäßigen Abständen Umwelt-Mentoren geschult. Finanziert wird die Ausbildung vom Land. Mit Präsentationen und Aktionen sollen die Ehrenamtlichen vor allem jüngeren Mitschülern zeigen, wie Energie in der Schule gespart werden kann, und sie fürs Thema erneuerbare Energien sensibilisieren, erklärt die Achtklässlerin Nele Widmann. Ebenfalls fest in den ESG-Alltag integriert ist der Schulgarten. Hier lernen Kinder mehr über Pflanzen und Tiere, ernten Gemüse und Obst und produzieren Honig, Öle oder Gelees. „Da entwickelt sich ein Bewusstsein für Ökologie“, erklärt die Rektorin Ursula Bauer. Darüber hinaus gibt es die ESG-Trinkflasche plus Wasserspender für interessierte Schüler, regelmäßig rückt eine Klassenstufe außerdem zur Großputzete aus.

Die Schüler produzieren selbst Honig und Öle

Den drei Umwelt-Mentoren Nele und Nils Widmann (13 und 16) und der Achtklässlerin Annika Wilstermann (14) ging das nicht weit genug, deswegen haben sie in diesem Jahr die neue Umwelt-AG initiiert. Einmal wöchentlich haben sie mit etwa einem Dutzend Mitschüler in der Mittagspause getagt und gemeinsam mit ihrer Lehrerin Sandra Treiber diverse Projekte angestoßen. Die jungen Freiwilligen haben beispielsweise eine Streuobstwiese gepflegt und das Obst eigenhändig zu Saft und Apfelringen verarbeitet.

„Es geht auch um die heimische Umwelt, nicht nur um das große Thema Klimawandel“, erklärt Nils Widmann. Demnächst sollen zudem ESG-Bienenwachstücher als Alternative zur Frischhaltefolie erhältlich sein. „Es geht darum, etwas zu tun und nicht nur zu schreien“, betont Sandra Treiber. Und die Rektorin Ursula Bauer fügt hinzu: „Man lernt viel für Fächer wie Chemie oder Biologie.“ Privat ist den jungen Umweltschützern der Ökogedanke längst in Fleisch und Blut übergegangen. Plastiktüten sind in den Familien verpönt, Strom und Wasser wird gespart, wo es geht, Müll wird strikt getrennt, den Fleischkonsum haben die Geschwister Widmann auf Null heruntergefahren.

Fürs kommende Schuljahr hat sich die Umwelt-AG viel vorgenommen. Laut Nils Widmann ist das Thema „Verschmutzung der Weltmeere“ für die Zeit nach den Sommerferien gesetzt; zudem liebäugelt die Arbeitsgruppe mit einer schulinternen Kleidertauschparty, bei der ausrangierte Klamotten weitergegeben werden. Und auch das Thema Lebensmittelverschwendung soll in den Mittelpunkt rücken. Die Umweltschützer wollen Kontakt zu Supermarkt-Betreibern aufnehmen, ausrangiertes Obst, das sonst im Müll landen würde, abholen und im Dörrautomaten zu Snacks weiterverarbeiten, erklärt die Lehrerin Sandra Treiber. Die Ideen gehen den Jugendlichen nicht aus. „Das ist ein Thema, das mit liegt“, sagt Nils Widmann, „für unsere Generation ist das wichtig“.

Fleischkonsum und Plastiktüten? Nein danke!

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