Schüler im Unterricht: An vielen Schulen wird die digitale Ausstattung von Eltern als nicht ausreichend eingeschätzt. Foto: dpa/Jonas Güttler

Laut einer neuen Umfrage hat die große Mehrheit der Eltern den Eindruck, dass die Ausstattung mit Computern oder Laptops in den letzten Monaten in Baden-Württemberg nicht besser geworden ist. Außerdem haben sie Angst davor, dass Schulen wieder geschlossen werden könnten.

Stuttgart - Der oft beschworene Digitalisierungsschub durch Corona hat die Schulen in Baden-Württemberg bisher nur begrenzt erreicht: Zwei Drittel der Eltern haben den Eindruck, dass sich die Ausstattung der Schulen mit Computern und anderen digitalen Medien in den letzten Monaten nicht verbessert hat. Das ist das Ergebnis des BaWüChecks, einer Umfrage im Auftrag der Tageszeitungen in Baden-Württemberg, die vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Bildungssystem durchgeführt wurde.

Die Krise hat den Eltern nach Einschätzung der Allensbacher Demoskopen auch bewusst gemacht, dass Lehrer im Allgemeinen für den digitalen Unterricht nicht ausreichend ausgebildet und geschult sind. Lediglich 10 Prozent der Bevölkerung halten die Ausbildung der Lehrer in diesem Bereich für ausreichend, von den Eltern sind es 18 Prozent. 68 Prozent der Eltern bezweifeln laut der Umfrage unter mehr als 1000 Personen ausdrücklich, dass Lehrer für den digitalen Unterricht hinreichend ausgebildet und geschult sind.

Eltern fürchten Schulschließungen

Mit den Schulschließungen im Frühjahr haben die baden-württembergischen Väter und Mütter praktische Erfahrungen mit dem Homeschooling ihrer Kinder gemacht. Ein Problem war dabei offensichtlich die schlechte digitale Ausstattung der Schulen. Während die Eltern ihre eigenen Haushalte überwiegend gut mit Computern ausgestattet sehen, beobachten sie große Defizite bei den Schulen: 37 Prozent bewerten die Ausstattung der Schule der eigenen Kinder als eher schlecht, 21 Prozent als sehr schlecht.

Die stark ansteigenden Corona-Zahlen sorgen für große Unruhe im Land. Zwei Drittel der Eltern machen sich große oder sogar sehr große Sorgen, dass ihre Kinder kurzfristig nicht mehr zur Schule oder in die Betreuungseinrichtungen gehen können. Für die überwältigende Mehrheit der Eltern wie auch der gesamten Bevölkerung in Baden-Württemberg hat eine verlässliche Betreuung der Kinder eine außerordentlich große Bedeutung: 92 Prozent der Eltern ist es wichtig oder sehr wichtig, dass auch in Krisenzeiten ein verlässlicher Schulunterricht und eine verlässliche Betreuung von Kindern gewährleistet ist.

BaWüCheck – die Umfrage der Tageszeitungen

Wie zufrieden sind die Menschen in Baden-Württemberg mit der Arbeit der Landesregierung? Werden die richtigen Schwerpunkte gesetzt, wo wird nur geredet, wo wird gehandelt? Das wollen die Tageszeitungen in Baden-Württemberg in ihrer gemeinsamen Umfrage, dem BaWüCheck, genauer wissen und arbeiten dafür mit dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) zusammen. Das IfD befragt einmal im Monat im Auftrag der Tageszeitungen mehr als 1000 Menschen im Land, um repräsentative Ergebnisse zu erhalten.

Das IfD gehört zu den namhaftesten Umfrage-Instituten Deutschlands. Die gedruckten Tageszeitungen in Baden-Württemberg erreichen jeden Tag mehr als fünf Millionen Menschen, hinzu kommen die Leserinnen und Leser auf den reichweitenstarken Online-Portalen der Tageszeitungen.

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