Der rot umrandete Bereich an der Schillerstraße soll abgerissen und neu bebaut werden. Rechts davon: das Hauptgebäude der KSK mit dem Kundenzentrum am Schillerplatz. Auch hierfür gibt es Umbaupläne, die aber von der Bank vorerst nicht weiter verfolgt werden. Foto: Google Earth

Seit Jahren plant die Ludwigsburger Kreissparkasse großzügige Neubauten auf ihren Grundstücken in der Innenstadt. Bald soll es losgehen. Neue Läden, Büros und Wohnungen: Vor allen entlang der Schillerstraße wird sich vieles ändern. Nur ein Punkt ist noch umstritten.

Ludwigsburg - Schon die Kosten machen deutlich, dass hier etwas Großes entstehen soll. 35 bis 40 Millionen Euro wird die Kreissparkasse in den kommenden Jahren auf ihren Grundstücken in der Ludwigsburger Innenstadt verbauen. Nach langer Planung sind die Vorbereitungen nun so weit vorangeschritten, dass bald das Baugesuch eingereicht werden kann. Der Zeitplan ist ambitioniert. „Wir sind zuversichtlich, vor den Sommerferien die Baugenehmigung zu bekommen“, sagt Dieter Wizemann aus dem Vorstand der Bank. Bereits im Herbst soll die Baustelle eingerichtet werden, zweieinhalb bis drei Jahre später alles fertig sein.

Der Entwurf sieht vor, an der Schillerstraße, hinter der KSK-Zentrale, drei alte Häuser abzureißen und durch einen lang gezogenen und vier Stockwerke hohen Neubau zu ersetzen. Im Erdgeschoss werden Läden integriert, die drei Stockwerke darüber sind für Büros reserviert, die vierte Etage für Wohnungen. Im Innenhof des rechteckigen KSK-Karrees soll ein weiteres Gebäude einem gar fünfstöckigen Neubau mit Büros und Wohnungen weichen. Zudem baut die KSK im Untergrund neben den existierenden Kundenstellplätzen eine zusätzliche Tiefgarage mit 170 öffentlichen Parkplätzen.

Die Spannungen zwischen der Bank und der Stadt haben sich gelöst

Noch vor rund einem Jahr hatte sich der Vorstandschef Heinz-Werner Schulte öffentlich darüber beklagt, dass die Stadtverwaltung die Planung mit immer neuen Vorgaben erschwere, jetzt haben sich beide Seiten zusammengerauft. Man befinde sich in einem „engen und sehr konstruktiven Austausch“ mit dem Rathaus, sagt Wizemann. Auch die Stadt selbst ist zufrieden mit dem, was nun auf dem Tisch liegt. „Wir sind froh über den letztlich sehr guten Abstimmungsprozess“, sagt Albert Geiger vom Baudezernat. Dass es so lange dauerte, liegt unter anderem an der schwierigen Gemengelage vor Ort.

Denn zwei der drei Häuser, die an der Schillerstraße abgerissen werden, wurden als erhaltenswert beziehungsweise strukturprägend für Ludwigsburg eingestuft – obwohl sie marode sind und optisch wenig hermachen. In dem einen Gebäude befand sich lange ein Matratzen- und in dem anderen ist ein Haushaltswarengeschäft. Die oberen Stockwerke, einst Wohnungen, stehen schon lange leer. Weil das Ensemble aber nun einmal schützenswert ist, musste die Bank jeden ihrer Schritte mit dem Rathaus abstimmen. Hinzu kommt, dass die KSK ursprünglich noch weitaus höher bauen wollte. Der städtische Gestaltungsbeirat stellte sich dagegen und verwies auf die geltenden Bebauungspläne und Satzungen. Schließlich lobte die Bank einen Ideenwettbewerb aus, aus dem die jetzt vorliegenden Entwürfe hervorgingen.

Welche Läden kommen ins Erdgeschoss?

Hoch sind die Gebäude immer noch, aber die obersten Stockwerke werden nach hinten versetzt, um dem Ganzen die Wucht zu nehmen. Optisch sollen sie sich in das vorhandene Karree einfügen. Der Großteil der Büros und die rund 20 Wohneinheiten werden vermietet. Spannend ist die Frage, welche Läden ins Erdgeschoss ziehen. Je nach Zuschnitt kann die Bank viele kleine oder wenige große Flächen anbieten. Für jede Variante gebe es Interessenten, so Wizemann. Das ist auch für das Rathaus ein positives Signal. Die Schillerstraße ist seit geraumer Zeit im Abschwung. Von dem KSK-Projekt erwarte man sich einen Impuls für das gesamte Umfeld, sagt Geiger.

Weitgehend fertig sind auch die Pläne für die neue Tiefgarage. Die Einfahrt wird an der Gartenstraße in drei Untergeschosse führen, die Ausfahrt endet auf der Schulgasse. Noch nicht geklärt ist, wie es von dort weitergeht. Auf die Arsenalstraße? Das ist umstritten, weil der Verkehr auf dieser zentralen Achse minimiert werden soll. In Richtung Gartenstraße? Das würde auf wenig Gegenliebe bei den dortigen Anwohnern und Schulen stoßen. Entscheiden muss es der Gemeinderat. „Wir sind für alles offen“, sagt Wizemann.

Auch der Schillerplatz wird bald umgebaut

Abstand genommen hat die Bank bis auf Weiteres von Plänen, auch ihr Hauptgebäude aufzuhübschen, mit einer neuen Fassade zu versehen, eventuell gar umzubauen. Auch davor könnte eine Ladenzeile entstehen, mit Café und Außengastronomie. Entsprechende Ideen gibt es seit den 1980er Jahren, aber sie waren politisch nie durchsetzbar. Insgeheim hofft die KSK, dass sich das ändert, wenn am Schillerplatz die Bagger anrücken. Bekanntlich will die Stadt den Verkehrsknoten in den kommenden Jahren komplett umgestalten. „Wir warten jetzt erst einmal ab, was an dieser Stelle passiert“, sagt Wizemann.

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