Tanguy Coulibaly mit Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger (r.) Foto: VfB Stuttgart

Der Franzose Tanguy Coulibaly soll mit seiner Schnelligkeit das Offensivspiel des VfB Stuttgart beleben. Der 18-Jährige ist Teil des großen Umbaus beim VfB. Seine Verpflichtung dürfte Folgen für andere Spieler haben.

Stuttgart - Zehn Jahre lang hat Sven Mislintat die Kaderplanung bei Borussia Dortmund tatkräftig mit vorangetrieben – und in dieser Zeit für die Westfalen auch aus Frankreich Hochkaräter an Land gezogen. Allen voran etwa den Jungprofi Ousmane Dembélé, den Mislintat 2016 von Stade Rennes holte – und der dem BVB vor seinem Wechsel zum FC Barcelona ein Jahr später zwar einen handfesten Spielerstreik, aber am Ende eben auch 125 Millionen Euro an Rekordablöse einbrachte.

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Nun ist Sven Mislintat wieder in Frankreich tätig geworden. Zwar ist es längst kein Geheimnis mehr, dass der Kaderplaner des VfB und der Trainer Thomas Tuchel zu gemeinsamen Dortmunder Zeiten nicht als Freunde auseinander gingen – trotzdem konnte Mislintat einen Spieler vom französischen Meister Paris St. Germain, also aus dem Reich des Chefcoaches Tuchel, erfolgreich nach Stuttgart lotsen. Wieder handelt es sich wie einst bei Dembélé, der inzwischen hartnäckig vom FC Bayern München umworben wird, um einen Außenstürmer für die linke Seite.

Mehr Tempo auf den Flügeln

Tanguy Coulibaly ist diesmal der Name des 18-jährigen Talents, der im hochkarätig besetzten Kader des PSG auf Sicht keine Chance auf einen Einsatz sah – und der sich daher für eine Zukunft beim VfB entschieden hat. Der Franzose soll künftig viel Tempo ins Flügelspiel des Vereins bringen – er kommt ablösefrei und erhält in Bad Cannstatt einen Vertrag über vier Jahre bis 2023. „Tanguy ist ein junger, talentierter Spieler, der technisch sehr gut ausgebildet ist und eine gute Geschwindigkeit mitbringt“, sagt Sven Mislintat.

Klar ist mit der Verpflichtung von Coulibaly, dass die Verantwortlichen beim VfB unter der Führung des Sportvorstands Thomas Hitzlsperger damit auch die Außenpositionen im großen Stil umgestalten. Coulibaly ist bereits der achte Neuzugang, den die Stuttgarter in der bereits laufenden Vorbereitung präsentieren; dazu gesellen sich mit Marcin Kaminski und Ailton sowie mit Orel Mangala, der wie Borna Sosa am Wochenende ins Training einsteigen wird, noch drei Spieler, die ausgeliehen waren.

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Speziell für mehr Durchschlagskraft von Außen wurde bereits der Argentinier Matteo Klimowicz, ebenfalls 18 Jahre, verpflichtet. Nun folgt Tanguy Coulibaly aus Frankreich, ein technisch beschlagener, leichtfüßiger und flinker Spieler, der in Paris bisher zwar lediglich für die U 19 im Nachwuchsbereich zum Zug kam. Doch dort spielte er für PSG auch in der Uefa Youth League, also auf höchstem internationalen Niveau. In Frankreich zählt Coulibaly daher längst zum Kreis der interessantesten Nachwuchstalente.

Durch die Verpflichtung des Teenagers von der Seine deutet sich immer mehr an, dass die Zeichen bei zwei anderen Spielern auf Abschied stehen, die beim VfB zuletzt auf der Außenbahn eingesetzt wurden: Da ist zunächst Chadrac Akolo, der vor zwei Jahren vom FC Sion aus der Schweiz an den Neckar wechselte. An einer Verpflichtung des Kongolesen, der ursprünglich als zentraler Stürmer vorgesehen war, zeigt vor allem der 1. FC Nürnberg reges Interesse. Akolo befindet sich aktuell beim Afrika-Cup derzeit im Urlaub – an diesem Sonntag geht es für die „Leoparden“ gegen Mauretanien um das Weiterkommen in die nächste Runde.

Was wird aus Erik Thommy?

Gleiches gilt für Erik Thommy, der wie Akolo in der Vorsaison meist zu den Reservisten zählte – und der sich beim Erstligisten Fortuna Düsseldorf größere Chancen auf einen Stammplatz ausmalt. So soll der Fortunen-Manager Lutz Pfannenstiel wegen einer Verpflichtung des 24-Jährigen, der im Januar 2018 zum VfB kam und einen Vertrag bis 2022 besitzt, bereits im regen Austausch mit Mislintat und Hitzlsperger stehen.

Während der VfB Ailton noch abgeben will und nach einem rechten Verteidiger als Alternative zum vom SC Freiburg entliehenen Patrick Stenzel fahndet, wird es auf der Position des linken Außenverteidigers vermutlich keine Veränderungen geben. Hier besitzt der Routinier Emiliano Insua noch ein Jahr Vertrag; zudem setzt Borna Sosa (Vertrag bis 2023) nach seinem verkorksten Stuttgarter Premierenjahr sowie nach dem Ende seines Urlaubs auf einen sportlichen Neuanfang in Bad Cannstatt.

In unserer Bildergalerie finden Sie den Kader des VfB – Stand jetzt

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