E-Autofahrer im Kreis haben deutlich mehr Strom gezapft Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Filtersäulen und Tempo 40 allein reichen nicht aus. Um Fahrverbote zu vermeiden, braucht Ludwigsburg mehr E-Autos und mehr Ladesäulen.

Ludwigsburg - Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektroautos fahren. So ehrgeizig war die Zielvorgabe des Bundes im Jahr 2010. Inzwischen ist klar, zur Million fehlt noch viel, die E-Mobilität hat sich nicht zum Renner entwickelt. Ob nun die Nachfrage eher daran krankt, dass die Industrie zu wenige E-Modelle auf den Markt gebracht hat, oder dass Autofahrer die Batterieleistung für zu gering und das Netz von Ladestationen für zu weitmaschig halten, ist schwer zu entscheiden. Ungeachtet dessen wollen die Stadtwerke die Ladeinfrastruktur und die Stadt Ludwigsburg ihren Fuhrpark weiter ausbauen.

Kreis Ludwigsburg auf Platz zwei

Blickt man auf Städte und Kreise, ist die Situation noch immer überschaubar. Nach Aussage der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) sind im Großraum die meisten E-Autos in Stuttgart unterwegs: insgesamt 1568. Der Kreis Ludwigsburg rangiert mit 1135 Elektrofahrzeugen auf Platz zwei. „Hinzu kommen 665 sogenannte Plugin-Pkw (Vollhybride)“, erklärt SWLB-Sprecherin Astrid Schulte. Insgesamt habe es innerhalb eines Jahres 6000 Ladevorgänge gegeben: „Das entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“

Allerdings ist der Ausbau der E-Mobilität in Ludwigsburg nicht länger nur eine Frage des guten Willens. Die Stadt muss liefern. Um ein wegen der mit Stickoxiden belasteten Luft drohendes Fahrverbot für Dieselfahrzeuge abzuwenden, hat die Verwaltung alternative Angebote gemacht: Darunter den Ausbau der E-Mobilität. Außerdem soll auf einem Abschnitt der Friedrichstraße bald Tempo 40 gelten, während – ebenfalls in der Friedrichstraße – Filtersäulen installiert werden, die Schadstoffe aus der Luft saugen sollen.

29 neue E-Autos

Im nächsten Schritt werde Ludwigsburg alte Dieselautos im städtischen Fuhrpark ersetzen, verkündet Michael Ilk. „Wir haben noch für dieses Jahr 29 Autos bestellt“, sagt der Bürgermeister. Parallel dazu würden auch neue Ladestationen eingerichtet: Zum Beispiel bei den Technischen Dienten, der Feuerwehr oder in der Tiefgarage am Rathaus. Dazu sollen weitere Stromtankstellen im öffentlichen Raum entstehen. Da auch die Taxibetriebe ihre Flotte nach und nach umrüsten, wäre im Grunde eine große Ladestation am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ideal.

Neue E-Tankstelle an der Bärenwiese

Aber da gibt es ein großes Problem: Der ZOB soll in den nächsten Jahren komplett umgebaut werden. Wohin also sollen die Ladestationen? „Die Mittel dafür sind bewilligt, aber wir müssen demnächst noch einmal über die Standorte reden“, sagt Ilk. Daneben hoffe die Stadt allerdings auch auf private Initiativen. „Das gibt es ja jetzt schon“, sagt der Bürgermeister, „dass Leute sich draußen vor ihrem Haus einen Anschluss bauen, damit sie dort über Nacht ihren Wagen auftanken können.“

Die Stadtwerke (SWLB) betreiben in ihrem Zuständigkeitsbereich 22 Ladesäulen, der überwiegende Teil davon steht auf Ludwigsburger Markung. Im laufenden Jahr sind vier Stationen hinzugekommen – unter anderem zwei am Urban Harbor in der Weststadt. Aktuell seien vier weitere Ladesäulen geplant, sagt Astrid Schulte. Eine in Pattonville und drei bei der Bärenwiese in Ludwigsburg.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: