Ein Leser-Bild vom 6. Januar – auch am Montag sah es an der Engelboldstraße/Ruggerstraße in Kaltental noch so aus. Foto: Friedrich Oehring

Flaschen-Chaos und kein Ende. Oder etwa doch? Der Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens machte sich jetzt in Stuttgart ein Bild von der Lage und hinterließ ein Versprechen.

Stuttgart - Es war eine Art Feuerwehreinsatz: Max Kremers, Geschäftsführer der Firma Remondis Recycling & Co KG, eilte am gestrigen Montag „aus gegebenem Anlass“ von Essen nach Stuttgart, um nach dem Rechten zu sehen beziehungsweise nach dem Schlechten: Denn trotz mehrfacher Berichterstattung unserer Zeitung und der Zusicherung des Recycling-Unternehmens mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, das Flaschen-Chaos im Stadtgebiet zu beseitigen, gingen in der Redaktion auch am Montag noch Meldungen von Leserinnen und Leserin ein, die von überfüllten Altglas-Containern berichteten – etwa in Kaltental (Engelboldstraße/Ruggerstraße), in Stuttgart-Rohr, in Heslach (Benckendorff-Straße/Hasenstraße), auf dem Killesberg (Schottstraße) und am Vaihinger Bahnhof.

Remondis setzt jetzt fünf Fahrzeuge ein

Der Geschäftsführer bestätigte auf Anfrage „Versäumnisse“ seines Unternehmens. Aktuell gebe es in Stuttgart noch fünf bis sechs Standorte mit überfüllten Containern – sogenannte Überläufer (Remondis-Jargon). „Wir fahren seit Weihnachten mit vier Fahrzeugen statt mit den üblichen zwei, um die auf etwa 320 Standorte verteilten 660 Altglas-Container zu leeren – auch die in den Wertstoffhöfen“. Aus Essen sei ein fünftes Entsorgungsfahrzeug unterwegs. Dieses werde am Dienstag in Stuttgart eintreffen. Zudem sei ein Organisations-Fachmann entsandt worden. „Bis Ende der Woche muss die Stadt wieder sauber sein“, sagte Kremers.

„Verkettung unglücklicher Umstände“

Er zeigte Verständnis für die Verärgerung vieler Bürger: „Bei uns ist nicht vernünftig gearbeitet worden.“ Auf krankheitsbedingte Ausfälle von Fahrern habe man zu spät reagiert. Kremers erklärte die Pannen mit einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Man habe vor Ort gedacht, dass man die Rückstände abarbeiten könne. An Weihnachten und Silvester, wo das Altglas-Aufkommen um 30 bis 40 Prozent höher liege als sonst, sei das aber nicht möglich. So sei man in eine Art „Teufelskreis“ hineingeraten.

Der Remondis-Geschäftsführer kündigte organisatorische Umstellungen an und versprach: „Eine solche Situation wird sich in Stuttgart mit Sicherheit nicht wiederholen.“

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