Applaus für Johannes Bitter – der Torwart verlängert um ein Jahr. Foto: Baumann

Das Handball-Derby hat gehalten, was es versprochen hatte. Zumindest in Sachen Dramatik. Max Häfner traf in letzter Sekunde zum 26:26 für den TVB Stuttgart gegen Göppingen. Und: Jogi Bitter bleibt!

Stuttgart - Der Blick auf den Videowürfel verzückte die meisten der 6211 Zuschauer am Sonntag in der Porsche-Arena – und zwar vor und nach dem Handball-Derby. Zu Beginn flimmerte eine Videobotschaft durch die Halle, in der Torhüter Johannes Bitter kurz und knapp verkündete, ein weiteres Jahr in Stuttgart zu bleiben. Und nach dem Spiel leuchtete dort oben ein 26:26 auf, mit dem die meisten Besucher gut leben konnten, nachdem der Ausgleich des gastgebenden TVB Stuttgart gegen Frisch Auf Göppingen erst zwei Sekunden vor Schluss fiel.

Nicht von ungefähr durch Max Häfner, der mit seinem fünften Treffer seinen starken Auftritt krönte. Sieben Sekunden waren noch zu spielen, als es eine Auszeit und dann einen Freiwurf für den TVB gab. Der Ball landete bei Häfner, der dem starken Göppinger Torwart Primoz Prost (16 Paraden) keine Chance ließ. „Am Ende hieß es Augen zu und durch“, umschrieb der 22-Jährige seine Kaltschnäuzigkeit. Und sein Trainer sah sich bestätigt. „Mich hat die Leistung nicht so sehr überrascht“, sagte Jürgen Schweikardt. „Es war ja auch mit ein Grund, Mimi Kraus bei seinem Wechsel keine Steine in den Weg zu legen, damit Max mehr Spielzeit bekommt, auf der er nächste Saison aufbauen kann.“

Oder auch schon in dieser, wenn es sein muss. Und es musste sein. Denn der TBV lief in keinem hochklassigen, aber sehr intensiven und spannenden Spiel die meiste Zeit einem Rückstand hinterher (oft mit drei Toren), kämpfte sich aber – nicht zuletzt auch durch David Schmidts acht Treffer – immer wieder heran. Und lag beim 25:24 (58. Minute) sogar vorne, als Sascha Pfattheicher die große Chance auf einen Zwei-Tore-Abstand vergab.

Sechs Siebenmeter vergeben

Es war überhaupt ein Spiel der vergebenen Chancen – trotz der zehn Tore von Göppingens Nemanja Zelenovic. „Wir haben keine richtige Kontrolle übers Spiel bekommen“, betonte deren Trainer Hartmut Mayerhoffer. Kollege Jürgen Schweikardt sagte: „Trotz allem: Genau so stelle ich mir Handball vor.“ Bei gewissen technischen Fehlern aber drückte er ein Auge zu. Hinzu kamen auf beiden Seiten sechs vergebene Siebenmeter, zwei durch Patrick Rentschler auf Göppinger Seite und vier beim TVB (je zwei durch Michael Schweikardt und Pfattheicher). Das sollte nicht passieren, auch wenn die etatmäßigen Schützen – Marcel Schiller bei Frisch Auf (Grippe) und Bobby Schagen bei den Stuttgartern (Leistenbeschwerden) – jeweils fehlten.

Zumindest aber Bitter bleibt ein weiteres Jahr, und er machte seine Vertragsverlängerung so früh fest wie noch nie seit er in Stuttgart ist. „Wir haben jetzt 18 Punkte, das zeigt, dass vieles hier richtig läuft, die Alternative wäre gewesen aufzuhören“, sagte der Weltmeister zu seinen Beweggründen. Was auf dem Videowürfel in der Halle nicht bekannt gegeben wurde: Urgestein Simon Baumgarten erhält nach 15 Jahren keinen Vertrag mehr, soll aber in anderer Funktion an den Verein gebunden werden, wenn beide Seiten eine passende Lösung finden (zweite Mannschaft?). Ersatz steht wiederum schon parat. Vom Champions-League-Teilnehmer Motor Zaporozhye aus der Ukraine kommt der mazedonische Nationalspieler Zarko Pesevski an den Neckar. Der fünfte Neue für nächste Saison.

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